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Der Talisman - ist eine Posse

Erklärung Posse: Eine Posse ist ein kritisches, humorvolles Theaterstück mit Gesang.

 

 

Inhalt

 

Titus wird wegen seiner roten Haare das Leben schwer gemacht, er bekommt keine Arbeit und wird verspottet. Salome, einer Gänsehirtin geht es genau so. Als sie Titus kennen lernt, will sie ihm helfen. Titus rettet Marquis, einen Friseur, vor seinem wild gewordenen Pferd. Dieser schenkt ihm als Talisman eine schwarze Perücke.

 

Durch die Gärtnerin Flora lernt er Constantia kennen. Constantia, die Kammerfrau der Frau von Cypressenburg gefällt der schwarzhaarige Jüngling. Sie nimmt ihn mit aufs Schloss und will ihn der gnädigen Frau vorstellen. Während Titus wartet, kommt Marquis, der Frisör der gnädigen Frau, ins Zimmer und sagt, er soll die Finger von seiner Constantia lassen.

Beim Warten wird Titus müde, er setzt sich auf einen Stuhl und schläft ein.
Als der Marquis zurück kommt, nimmt er dem schlafenden Titus die Perücke weg.
Dieser wird durch laute Stimmen geweckt und als er bemerkt, dass er keine Perücke mehr hat, stürzt er ins Friseurzimmer. Im Dunkeln sucht sich Titus schnell eine blonde Perücke und stellt sich dann der Frau von Cypressenburg vor.
Der gnädigen Frau gefällt der blonde Mann und sie stellt ihn als Sekretär ein und entlässt Flora, Constantia und den Marquis auf Titus Rat hin. Als die Frau von Cypressenburg Titus bei einer Feier ihren Gästen vorstellen will, kommen Flora, Constantia und der Marquis ins Zimmer und verraten Titus. Dieser muss daraufhin seine Perücke abnehmen und wird wegen seiner roten Haare gefeuert.


Titus sieht eine graue Perücke, setzt sie auf und will das Schloss verlassen. Da trifft er auf seinen Vetter, der seine grauen Haare sieht und ihm einen Teil seines Vermögen vererben will.
Plötzlich kommt Salome und sagt Titus, dass er die Perücke sofort zurückgeben soll. Sein Vetter ist wütend als er merkt, dass Titus immer noch rote Haare hat. Als dann Titus freiwillig auf die Erbschaft verzichten will, erkennt sein Vetter, dass Titus doch ein guter Mensch ist, trotz den roten Haaren. Daraufhin nimmt Titus Salome in die Arme und will sie heiraten, da auch sie rote Haare hat und ihn so akzeptiert wie er ist.


Interpretation:

 

Das Motiv dieses Stückes sind die Vorurteile der Menschen.

 

In diesem Stück geht es vor allem um das Vorurteil der roten Haare (Der Volksglaube sah rote Haare als einen Fluch an).

 

Ebenso zeigt Nestroy die Oberflächlichkeit vieler Menschen auf (Oberflächlich ist eine Person, die bei einem Menschen nur aufs Äussere schaut).

 

Titus wird wegen seiner roten Haare gemieden, doch kaum ändert sich seine Haarfarbe in schwarz oder blond, wird er zum hübschen Jüngling und zum Liebling der Witwen (hier zählen keine inneren Werte).

 

Als Titus eine Erbschaft von seinem Vetter versprochen wird, waren alle aus Geldgier wieder freundlich und nett zu ihm (das ist auch Oberflächlichkeit => Freundlichkeit nur des Geldes wegen, nicht wegen Titus - seiner Person selbst).

Doch das Vorurteil bleibt zu diesem Zeitpunkt nur verdeckt, aber nicht aufgehoben.

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