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Text-Erörterungen/5

Arbeitsanweisungen

  • Geben Sie die Hauptgedanken des Autors wieder.
  • Setzen Sie sich kritisch mit den Kernaussagen auseinander.

Lösungsvorschlag

 

 

Hubert Kaltenbach

hat für die

Gmündner Tagespost

den Artikel

überall daheim

verfasst.

Der Artikel wurde am

29. Juli 1999

veröffentlicht und

behandelt den modernen Massentourismus und seine Folgen.

 

Der Autor stellt einleitend die zunehmende Gleichheit zwischen den Urlaubszielen und der Heimat fest. Ferner ist er der Meinung, dass der moderne Massentourist keine Rücksichtnahme auf die Einheimischen kenne. Im Folgenden nennt er den niedrigen Preis und die Bequemlichkeit als Ursache für den Massentourismus. Herr Kaltenbach weist anschließend auf eine deutliche Veränderung zum Tourismus früherer Jahrzehnte hin. Die Touristen würden nicht vor dem Alltag flüchten, sondern wollten sich überall heimisch fühlen. Den Traum von individueller Lebensfreude entlarvt er außerdem als kritikloses Konsumieren der stereotypen Produkte der Tourismusindustrie. Der Journalist kommt weiterhin zu der Ansicht, dass die Einzigartigkeit der Gastländer in den Tourismuszentren kaum noch erkennbar sei und sich diese Form des Massentourismus immer mehr durchsetzt). Abschließend konstatiert Hubert Kaltenbach bedauernd, dass individuelle Urlaubsgestaltung aus der Mode sei und stattdessen Urlaub als positives Massenerlebnis empfunden würde.

 

Zunächst stellt sich jedoch die Frage, ob jeder Pauschalurlaub wirklich automatisch ein Reisen im "vertrauten Kreis der großen Reisefamilie" ist. Wo überhaupt liegt denn die Grenze zwischen "selbstbestimmtem" und "perfekt inszeniertem" Reisen? Ist etwa jeder, der ein Reisebüro betritt, automatisch ein Massentourist? Soll es denn verwerflich sein, zu "längst vertrauten Zielen" oder sogar zur "zweiten Heimat" zu reisen? Schließlich muss dies doch unserer Erholung keinen Abbruch tun. Natürlich verlangen wir als zahlende Kunden eine gewisse Berücksichtigung "unserer Bedürfnisse" und mehr "Bequemlichkeit" als zu Hause, sonst bräuchten wir doch nicht zu vereisen. Auch gehen doch die "Tabus" der "Einheimischen" nur soweit, bis sie das optimale Ausschöpfen der Einnahmequelle Tourismus behindern. Gerade in den muslimischen Reiseländern ist dies doch deutlich zu beobachten. Warum soll dieser Tourismus überhaupt ein so negatives "Massenphänomen" sein? Es kann doch nicht jeder mit dem Privatjet in ferne Länder fliegen, selbst wenn er es sich leisten könnte. Man kann doch auch die Pauschalreise mit gutorganisierter An- und Abreise, Hotelunterkunft und Verpflegung als Basis zur individuellen Erkundung des Urlaubslandes nutzen. Nur so erreicht man doch die Sehenswürdigkeiten oder örtlichen Besonderheiten mit vertretbarem finanziellen Aufwand.