7. / Strukturwandel und Entwicklungstendenzen / Inwertsetzung von Trockenräumen

Strukturwandel und Entwicklungstendenzen:

 

Entwicklungstendenzen der europäischen Landwirtschaft  

 

Phase 1

.) Am Anfang lebten nur wenige Menschen. Sie ernährten sich hauptsächlich von Tieren und Früchten, die aus der Natur kamen. Es gab noch keine planmäßige Landnutzung . Mit steigenden Bevölkerungszahlen wurden die Menschen mit der Zeit dazu gezwungen ihre Nahrungsbeschaffung besser zu organisieren.

 

Phase 2

.) Die zweite Entwicklungsstufe der Landwirtschaft bestand in einer planmäßigen Nutzung der vorhandenen Fläche. Aus der Verbindung von Viehhaltung und Ackerbau entstanden bäuerliche Betriebe für die landwirtschaftliche Selbstversorgung. Bis zum zweiten Weltkrieg basierten die landwirtschaftlichen Betriebe, trotz der Industriellen Revolution, noch hauptsächlich auf Menschen- und Muskelkraft.

 

Strukturwandel und EU-Förderungen in Westeuropa:

Phase 3

.) Agrarwirtschaftliche Modernisierung (nach dem 2. Weltkrieg bis ca. 1960):

Durch die zunehmende Mechanisierung konnte man genügend Nahrungsmittel für die Bevölkerung produzieren. Der Einsatz von künstlichen Dünger und Pestiziden vereinfachte zudem die Arbeit erheblich. Es wurde keinerlei Rücksicht auf ökologische Verträglichkeit genommen.

 

Phase 4

.) Agrarstruktureller Wandel (ca. 1960 - 1980)

Verminderung der bäuerlichern Gemischtbetriebe (keiner der Produktionszweige trägt zu mehr als 50% zum Betriebseinkommen bei) und die Ausrichtung auf Hauptproduktionsrichtungen ( Getreide oder Gemüse oder Obst oder Wein oder Rinder u.s.w.)

Dadurch hat sich die Landwirtschaft zu einem Industriezweig entwickelt, dessen größtes Problem die Umweltbelastung und die Überproduktion geworden ist.

 

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Der Strukturwandel in der Landwirtschaft ist gekennzeichnet durch folgende Faktoren:

.) starke Mechanisierung der Betriebe

.) massive Steigerung der Produktivität (durch Entwicklung ertragreicher Pflanzensorten, verbesserter Düngemethoden)

.) Rückgang der Zahl der Betriebe durch Aufgabe vieler kleinerer und unrentabler Höfe und Zunahme der Flächen von Großbetrieben

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Phase 5

.) Heutzutage hat man wieder die Bedeutung der Natur für die Landwirtschaft und den Menschen erkannt und fängt daher an die Landwirtschaft in einen naturnahen Zustand auszurichten.

 

Die Kollektivierung der Landwirtschaft in Osteuropa (1945 – 1990):

 

Kollektivierung: fast völlige Beseitigung des Privateigentums an landwirtschaftlicher Nutzfläche; Auflösung der bäuerlichen Betriebsstruktur durch Überführung in Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften.

 

Arbeiten in einer (Zwangs)Genossenschaft, statt privat zu wirtschaften.

 

.) Enteignung der Großgrundbesitzer und Großbauern (wurden der Ausbeuterklasse zugeordnet)

.) Vernichtung der bäuerlichen Tradition

.) Bäche wurden kanalisiert

.) Grundwasser und Erdboden wurden mit Chemikalien verseucht

.) Bewässerungen richteten großen Schaden an (z.B.: Austrocknung und Verwüstung des Aralsees, der wurde nämlich den Baumwollplantagen geopfert durch die Ableitung des Wassers der Zuflüsse)

 

 

 

 

Inwertsetzung von Trockenräumen:

 

Bedeutung => Inwertsetzung:

Inw. ist die wirtschaftliche Erschließung und Entwicklung bisher nicht oder wenig genutzter Räume.

 

z.B.: Südspanien - Bewässerungsfeldbau (mit Grundwasser) in einem ein unfruchtbaren Gebiet:

Foliengewächshäuser oder Plastikfolien bedecken den Boden der spanischen Provinz Almería. Während der Wintermonate beliefert die Region Europas Läden und Supermärkte mit günstigem und frischem Gemüse. Man kann das ganze Jahr über ernten.

 

Ökologischer Wahnsinn

Die Verlierer sind die Böden und das Grundwasser. Beides ist durch den hemmungslosen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln hochgradig vergiftet, die Böden sind zudem durch die einseitige Nutzung so ausgelaugt, dass grosse Mengen an Kunstdünger eingesetzt werden müssen, um die Erträge zu erzielen. Der Grundwasserspiegel sinkt dramatisch, werden doch beispielsweise für den Anbau von Tomaten unter Plastik pro Jahr und Hektar 6 Mill. Liter Wasser verbraucht.

 

 

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