14. / Gesamtwirtschaftliche Leistungen und Probleme Wirtschafts- und Sozialpolitik / Arten und Ziele der Wirtschaftspolitik / Magisches Vieleck / wirtschaftspolitische Indikatoren (Vollbeschäftigung, Wirtschaftswachstum)

 

Arten und Ziele der Wirtschaftspolitik:

 

Magisches Viereck oder magisches Vieleck:

 

So wie in der europäischen Wirtschaftspolitik von einem magischen Viereck gesprochen wird (siehe auf der Seite:

http://haus-und.heimat.eu/geographie/verkehrs_und_wirtschaftspolitik_der_eu_2.htm ), nämlich Vollbeschäftigung, Preisstabilität, Wirtschaftswachstum und Außenwirtschaftliches Gleichgewicht, so kommen noch zwei wichtige wirtschaftspolitische Ziele hinzu:

.) eine konjunkturgerechte (nach Wirtschaftslage) Budgetgestaltung und

.) die Verteilungsgerechtigkeit.

Dann spricht man von einem magisches Sechseck (es kann natürlich zu einem Vieleck werden, denn man kann es beliebig erweitern, mit z.B.: Umweltschutz, Bildung, Forschung,).

 

Die 4 wichtigsten wirtschaftspolitischen Indikatoren bzw. Ziele (magisches Viereck):

 

I.) Vollbeschäftigung (gemessen an der Arbeitslosenrate):

 

.) Eine Arbeitslosenrate unter 2% wird als Vollbeschäftigung gesehen.

.) Arbeitslosenraten über 10% gelten als sehr hoch.

 

Die Arbeitslosigkeit in Österreich liegt weit unter dem EU-Durchschnitt.

 

Über die Entstehung der Arbeitslosigkeit gibt es die unterschiedlichsten Theorien.

Man unterscheidet:

 

.) Konjunkturelle Arbeitslosigkeit:

In Phasen der Hochkonjunktur tendiert die Wirtschaft normalerweise zur Vollbeschäftigung , in Zeiten der Rezession bzw. Depression zu hoher Arbeitslosigkeit .

 

.) Strukturelle oder Technologische Arbeitslosigkeit:

Die nötige Nachfrage ist nicht mehr vorhanden und Unternehmen muss dadurch schließen (z.B. im Kohlebergbau) oder Arbeitskräfte werden durch Maschinen ersetzt

 

.) Friktionelle Arbeitslosigkeit:

Bezeichnet die vorübergehende Arbeitslosigkeit zwischen zwei Anstellungen.

 

.) Saisonale Arbeitslosigkeit:

z.B.: in der Bauwirtschaft (im Winter werden immer viele Arbeiter gekündigt, weil durch die Wetterbedingungen weniger Bauprojekte durchgeführt werden können) oder im Tourismus

(wegen den Nebensaisonen)

 

Anmerkung : Saison bedeutet einen immer wiederkehrenden Zeitabschnitt eines Jahres.

 

.) Wohlstandsarbeitslosigkeit:

Wenn das Arbeitslosengeld höher ist als die Bezahlung der nachfolgenden Arbeit.

 

.) Versteckte Arbeitslosigkeit:

Personen (arbeitslos) die auf Schulungen sind entsprechen nicht der Arbeitslosigkeit.

 

 

II.) Wirtschaftswachstum:

 

Konjunktur oder Wirtschaftswachstum ist nie dauerhaft. Es geht mal rauf und mal runter. Also wellenförmig.

 

Skizze - Konjunkturverlauf mit den Phasen:

 

 

Die Phasen des Konjunkturverlaufs:

 

a) Erholung:

.) langsame Zunahme der Produktion

.) die Arbeitslosigkeit wird geringer

.) Preise und Löhne steigen allmählich

 

b) Hochkonjunktur:

.) es kommt zu Vollbeschäftigung

.) die Löhne und Preise sind hoch und stabil

.) im Boom herrscht Übernachfrage

.) Hohe Gewinne zeichnen den eher kurzen Abschnitt

 

c) Stagnation (=Stillstand), Rezession (=rückgängig):

.) keine Einkommenssteigerung

.) Gewinne nehmen nicht mehr zu

.) Konsumverhalten noch unverändert

.) noch gibt es ein hohes Beschäftigungsniveau

=> die Wirtschaft stagniert!

In der anschließenden Rezession kommt es zunehmend zu Unterbeschäftigung und sinkendem Volkseinkommen und zu sinkender Nachfrage.

 

d) Depression:

.) starker Produktionsrückgang

.) hohe Arbeitslosigkeit (in Extremfällen wie in der Zeit der Weltwirtschaftskrise in den 1930er Jahren betrug die Arbeitslosenrate in Österreich 27-28%)

.) absoluter Rückgang der Investitionen

.) rapider Preisverfall

.) die Nachfrage stagniert und ist auf geringsten Konsum beschränkt

.) Konkurse sind an der Tagesordnung

 

oder in einfacher Kurzform:

 

a) Erholung (Aufschwung):

Es geht bergauf, daher steigt die Kurve - Produktion, Löhne, Preise, Zinsen steigen

 

b) Hochkonjunktur:

Es geht uns gut. Hohe Nachfrage nach Arbeitnehmer, die Leute lösen ihre Ersparnisse auf, weil sie Arbeitsplatzsicherheit haben.

weiter zu Seite 2