6. / Auswirkungen des europäischen Integrationsprozesses / Etappen der europäischen Integration / Formen der wirtschaftlichen Integration

 

Auswirkungen des europäischen Integrationsprozesses:

 

Der Gedanke, Europa zu vereinen, ist nicht neu. Schon in den vergangenen Jahrhunderten wurden immer wieder Stimmen für ein Vereintes Europa laut. In eine entscheidende Phase gelangten die Bemühungen aber erst nach dem Zweiten Weltkrieg, als europäische Staatsmänner zur Überzeugung kamen, dass die einzige Möglichkeit zur Sicherung eines dauerhaften Friedens zwischen ihren Ländern die wirtschaftliche und politische Einigung Europas sei. Die Geburtsstunde der EU war in Sicht.

 

Vor 100 Jahren hätte man vielleicht bei einem Problem Krieg geführt, heute setzt man sich zum Verhandlungstisch.

 

Auf dem Weg zur europäischen Integration bzw. Gründung der Europäischen Gemeinschaft:

 

Etappen der europäischen Integration:

 

I)

1951 wurde der Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl ( EGKS , Montanunion) von sechs europäischen Staaten unterzeichnet.

.) BRD

.) Frankreich

.) Italien

.) Belgien

.) Niederlande

.) Luxemburg

Die dahinter stehende Idee stammte vom französischen Außenminister Robert Schuhman, der einen gemeinsamen europäischen Markt für Kohle und Stahl schaffen wollte.

 

II)

Der Wunsch nach verstärkter wirtschaftlicher Zusammenarbeit ließ die sechs EGKS-Staaten am 25.3.1957 die Verträge zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) unterzeichnen. Sie traten am 1.1.1958 in Kraft.

 

Damit war der Grundstein für die heutige EU gelegt!

 

III)

1960 gründeten Großbritannien, Norwegen, Schweden, Dänemark, die Schweiz, Österreich und Portugal die Europäische Freihandelsassoziation (EFTA), die noch heute in Resten existiert.

 

Erklärung: Assoziation = Vereinigung

 

VI)

1973 wurde die EWG mit dem Beitritt von

.) Großbritannien

.) Dänemark und

.) Irland

zur „Neunergemeinschaft“ erweitert.

 

Beitritt 1981:

.) Griechenland

 

Beitritt 1986:

.) Spanien

.) Portugal

Die EU wurde dadurch zur „Zwölfergemeinschaft“.

 

V)

Von der EU-15 zur EU-27:

 

Beitritt 1995:

.) Österreich

.) Schweden

.) Finnland

 

VI)

2002: Einführung des Euro für 12 Mitgliedsstaaten

 

VII)

2004: Erweiterung der EU um zehn Staaten:

.) Estland

.) Lettland

.) Litauen

.) Malta

.) Polen

.) Slowakei

.) Slowenien

.) Tschechien

.) Ungarn und

.) Zypern

 

VIII)

2007: Beitritt von:

.) Rumänien

.) Bulgarien

Seit 2007 gehören 27 Staaten der EU an.

 

IX)

Kroatien, Mazedonien und die Türkei warten bereits darauf, in den nächsten Jahren ebenfalls Mitglieder der EU zu werden.

 

 

Formen der wirtschaftlichen Integration:

 

 

.) Freihandelszone (z.B. die EFTA oder NAFTA [= Freihandelszone zwischen Kanada, Mexiko und den USA]):

Ohne gemeinsame Außenhandelspolitik.

 

.) Zollunion (z.B. Europäische Wirtschaftsgemeinschaft):

Die Gemeinschaft erhebt gemeinsame Außenzölle .

 

.) Gemeinsamer Markt:

Ein Binnenmarkt mit genau geregelten Freiheiten.

z.B.: freier Warenverkehr, freier Personalverkehr (Arbeitsplatzwahl und die Niederlassungsfreiheit für Unternehmen in allen Mitgliedstaaten)

 

.) Wirtschaftsunion:

Vereinheitlichung der nationalen Wirtschaftspolitiken (z.B.: die Währungspolitik – der Euro)

 

.) Politische Union:

Übergabe von Souveränität [=Entscheidungsgewalt] / Kompetenzen an

die gemeinschaftliche Institution.

 

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