13. / Demographische Entwicklung und gesellschaftspolitische Implikationen / Entwicklung und Struktur der österreichischen Bevölkerung / Situation von Minderheiten und Migration

 

Entwicklung und Struktur der österreichischen Bevölkerung:

 

Statistische Erfassung (Volkszählung):

Seit 1869 finden – überwiegend im Zehnjahresrythmus – Völkszählungen statt.

 

Für welchen Zweck werden Volkszählungen Verwendet?

Für Planungsentscheidungen wie z.B.:

.) Anzahl von Kindergärten

.) Anzahl von Schulplätzen

.) Anzahl von Wohnungen

etc.

 

Volkszählung neu: Registerzählung 2011 (der registrierte Österreicher):

Volkszähler, die von Tür zu Tür gehen, wird es künftig nicht mehr geben. Der Staat hat bereits genügend Informationen - er kommt zu seinen Daten (aus Datenbanken wie Melderegister, das Register der Sozialversicherungen, Steuerregister, u.s.w.), ohne die Bürger überhaupt zu befragen.

 

Aus den Daten werden verschiedenste Informationen gewonnen:

.) Geburtsdatum

.) Geschlecht

.) Staatsangehörigkeit

.) Wohnsitz

.) Art und Ort der Arbeit

.) Stellung in der Familie (Vater, Mutter, Kind)

 

Die Kosten der Registerzählung 2011 betragen nur ein Zehntel einer klassischen Volkszählung.

 

Demographischer Wandel der letzten 100 Jahre:

 

Erklärung Demographie: http://haus-und.heimat.eu/geographie/weltbevoelkerung.htm

 

Bedeutsame demographische Veränderungen in Österreich:

Drei entscheidende demographische Veränderungen prägten die Bevölkerungsentwicklung:

 

1.) die durchschnittliche Kinderzahl von rund 4 (1900) sank auf unter 1,4 Kinder pro Frau

2.) die Lebenserwartung stieg seit 1900 auf das Doppelte

3.) Österreich wandelte sich vom Auswanderungsland zum Einwanderungsland. Seit Beginn der 1960er- Jahre ist die Zahl der ausländischen Zuwanderer im Schnitt größer als jene der einheimischen Auswanderer.

 

 

Bevölkerungsentwicklung in Österreich:

 

.) in den 1960iger Jahren war ein Geburtenüberschuss

.) in den 1970iger Jahren wuchs die Bevölkerungszahl kaum

.) in den 1980iger und 1990iger Jahren geht der Bevölkerungszuwachs eindeutig auf das Konto der Zuwanderung

 

Die Bevölkerung Österreichs im 21. Jahrhundert – Prognosen:

 

.) Das Bevölkerungswachstum erfolgt zum großen Teil durch Zuwanderungsgewinne

.) Die Zahl der älteren Generation steigt an

 

 

Situation von Minderheiten und Migration:

 

Volksgruppen in Österreich und ihre Probleme:

 

Es gibt 6 anerkannte Volksgruppen in Österreich:

.) burgenländische Kroaten

.) Slowenen

.) Ungarn

.) Tschechen

.) Slowaken

.) Roma

 

Für sie wurde 1976 das Volksgruppengesetz beschlossen, in dem eigene Rechte für Angehörige dieser Gruppen festgelegt sind:

Z.B.:

.) die Verwendung der jeweiligen Sprache als Amtssprache (also bei Behörden)

.) Aufstellung zweisprachiger Bezeichnungen (z.B. Ortstafeln)

 

 

Zu- und Abwanderung nach Österreich:

 

Man unterscheidet vier Phasen:

 

.) 1950 – 1974: vom Auswanderungsland zum Einwanderungsland => In den 1950er Jahren machte sich auch in Österreich erstmals ein Arbeitskräftemangel bemerkbar. Es wurde beschlossen, Fremdarbeiter nach Österreich zu holen. Erst ab 1969 stieg die Zahl der Arbeitsmigranten stark an. 1973 waren 78.5% der „Gastarbeiter“ jugoslawische Staatsbürger, 11.8% Türken.

 

.) 1974 – 1988: Rückkehr und Niederlassung: es kehrten wieder viele Gastarbeiter in ihr Heimatland zurück. Oft hatten sie wegen der schlechteren ökonomischen Situation ihren Arbeitsplatz verloren.

 

.) 1989 – 1993: Die Einführung der „Ausländerquoten“

Die österreichische Wirtschaft boomte wieder. Das brachte wieder viele Ausländer in unser Land. Aber auch durch die Kriege in Kroatien, Bosnien und Herzegowina kamen viele Ausländer hinzu.

 

.) 1994 – heute: von der ungeregelten zur geregelten Migration:

z.B.: müssen seit 2005 neue Zuwanderer und die seit 1.1.1983 in Österreich lebenden Zuwanderer aus Drittstaaten (nicht EU), die eine dauerhafte Niederlassung anstreben, einen Deutschkurs absolvieren.

 

Seit der Jahrtausendwende gibt es viel mehr nichteuropäische Asylwerber (im Jahr 2000 z.B. gab es: Flüchtlinge aus Afghanistan, aber auch viele iranische, indische und irakische Staatbürger kamen zu uns).

 

Zu Jahresbeginn 2009 lag der Anteil der ausländischen Bevölkerung in Österreich bei etwas mehr als 10% der Gesamtbevölkerung.

 

 

Illegale Zuwanderung:

 

Viele Migrantinnen und Migranten kommen wegen der hohen Lohndifferenzen zwischen ihren Heimatländern und Österreich hierher.

Unterstützt wird die Hoffnung auf Arbeit durch die Suche von Arbeitgebern und Privathaushalten nach billigen Arbeitskräften. Für die Illegalen Arbeiter (ohne Arbeitsgenehmigung) ersparen sich die Unternehmen die Sozialversicherungsabgaben und Steuern.

 

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