8. / Konvergenzen und Divergenzen europäischer Gesellschaften / Entwicklung und Struktur der europäischen Bevölkerung / Ethnische Minderheiten / Einwanderungskontinent Europa

Entwicklung und Struktur der europäischen Bevölkerung:

 

Die meisten europäischen Staaten verzeichnen einen Bevölkerungsrückgang bzw. ein sehr geringes Bevölkerungswachstum. Das Durchschnittsalter der Bevölkerung steigt kontinuierlich.

 

Die Gründe für den Geburtenrückgang sind:

.) keine Versorgung älterer Menschen durch die Kinder

.) Mehrkosten mit Kindern

.) zunehmende Berufstätigkeit der Frauen

.) die zuverlässige Anwendung von empfängnisverhütenden Mitteln

 

Auch Russland zum Beispiel ist ein Staat mit einer stark schrumpfenden Bevölkerung durch sozialer Probleme.

 

Wie kommt ein Staat zu mehr Kindern?

.) höhere Geburtenraten

.) Zuwanderung

 

Europa – ein Kontinent, der immer älter wird => mögliche Auswirkungen:

.) Probleme der Finanzierung der Renten

.) neue Arbeitszeitmodelle

.) Aufhebung der Grenze zwischen Arbeit und Ruhestand

.) Höhere Ausgaben im Gesundheits- und Pflegebereich

 

Europa – ein begehrtes Einwanderungsziel:

 

Der wirtschaftliche Erfolg in den 1950iger- und 1960iger – Jahren vergrößerte die Nachfrage nach Arbeitskräften.

 

Ehemalige europäische Kolonialländer begünstigten die Zuwanderung aus ihren Kolonien. In den Großstädten entstanden ethnische Viertel.

Bedeutung „ ethnisch “: Menschen mit gleichen kulturellen und sprachlichen Hintergrund

 

Andere Staaten wie Deutschland und Österreich holten sich durch gezielte Anwerbung so genannte „Gastarbeiter“ aus der Türkei, dem ehemaligen Jugoslawien, aus Griechenland und Portugal (mit Höhepunkt in den 1970iger-Jahren).

Ohne Aufenthaltserlaubnis und gleichen sozialen Rechte.

 

In den 1990iger-Jahren kamen Flüchtlinge aus dem ehemaligen Jugoslawien.

 

Derzeit Asylsuchende aus Asien, Afrika und Lateinamerika.

 

Der Umgang der EU mit Asylwerbern und Migranten:

 

I) Die Abschiebung:

Es gibt bis heute in der EU keine gemeinsame Immigrationspolitik. Zu unterschiedlich sind die nationalen, politisch bedingten Interessen. Einig sind sich die EU-Mitglieder eigentlich nur darüber, dass verschärfte Kontrollen an den Außengrenzen der Gemeinschaft nötig sind.

Die Abschottung der EU vor unwillkommenen Flüchtlingen führt dazu, dass Migranten sich immer häufiger an Schlepperorganisationen wenden.

 

II) Gezielte Zuwanderung:

Gründe:

.) Arbeitskräfte

.) drohende Überalterung der Bevölkerung – Bevölkerungsschwund ausgleichen

 

Wo ist Integration nicht so gelungen?

Zum Beispiel in Marseille, London, Paris, Brüssel dort bilden die Zuwanderer aus den ehemaligen Kolonien oft eigene Stadtviertel.

 

Ethnische Minderheiten:  

.) ethnische Minderheiten ohne eigenen Nationalstaat

.) ethnische Minderheiten außerhalb „ihres“ Nationalstaates

.) multinationales Land

z.B.: Belgien: Flamen, Wallonen, Deutsche

Schweiz: Deutsch-Schweizer, Welsch-Schweizer, Tessiner, Rätoromanen

 

 

Regionen und Minderheiten gegen ihre Nationalstaaten:

 

Spannungsherde gibt es z.B. bei den: Korsen, katholische Nordiren, Schotten;

und die, die sogar eine Ablösung vom Nationalstaat anstreben sind: Flamen in Belgien, Basken in Spanien,

oder Kampf um Anerkennung für ethnische Minderheiten die in einem fremden Staat leben: z.B.: Ungarn in Serbien und Montenegro, der Slowakei und Rumänien

 

Die größte (ca. 8 mill. in der eu) und ökonomisch am schlechtesten gestellte Minderheit sind Roma und Sinti in der EU.

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