17. / Globalisierung – Chancen und Gefahren / Entstehung / Neue Rahmenbedingungen – neue Technologien und ihre sozioökonomischen (=sozial und wirtschaftliche) Folgen / Institutionen der Globalisierung (WTO, IWF, Weltbank, GATS, TRIPS)

 

Globalisierungsprozess:

 

Entstehung: Der Begriff Globalisierung tauchte das Erste mal in den 1960iger Jahren auf.

 

Unter Globalisierung wird die Veränderung der Weltwirtschaft verstanden, die zu mehr länderübergreifenden Transaktionen führt. Auch im kulturellen und gesellschaftlichen Bereich findet eine Globalisierung statt.

 

Beispielsweise werden heutzutage viele Produkte in den westlichen Industrieländern kaum noch hergestellt, sondern nur noch in China und anderen Billiglohnländern. Hierzu zählen zum Beispiel Produkte wie Textilien und einfache Spielzeuge.

 

Neue Rahmenbedingungen – neue Technologien und ihre sozioökonomischen (=sozial und wirtschaftliche) Folgen:

 

Um Global agieren zu können bedarf es:

 

.) „Informationsrevolution“: vor allem durch das Internet und der weltweiten Telefonie

wird die Stellung des Einzelnen in der Wirtschaft, Gesellschaft und Politik gestärkt.

 

.) „Sieg der Marktwirtschaft“: die ehemaligen Ostblockländer wurden immer mehr in das marktwirtschaftliche System miteinbezogen. Auch die noch immer kommunistische Volksrepublik China ist heute Teil dieses kapitalistischen Systems und daher auch ein wichtiger Verbündeter der weltweiten Globalisierung.

 

.) „Personentransportmittel“: Durch Ausbau von Flughäfen, Hotels, Fluglinien und den kostengünstigen und schnellen Transportmittel sind der Personenverkehr und die Geschäftsreisen weltweit stark angestiegen.

 

.) „Massentransportmittel“: Güter werden mit Massentransportmittel befördert (Eisenbahn, Schiffen)

 

.) „erleichterter Zahlungsverkehr“: durch modernes Bankensystem, freien Kapitalverkehr (in Bezug auf Geschäfte im Ausland tätigen)

 

.) „der freie Handel“: Wegfall von Zöllen und anderen Handelsbeschränkungen (Import- und Exportverbote, mengenmäßige Beschränkungen, Ausfuhrsubventionen, usw.)

 

 

Institutionen der Globalisierung (WTO, IWF, Weltbank, GATS, TRIPS):

 

Für fairen Handel:

 

Die Welthandelsorganisation (World Trade Organisation = WTO):

 

Die Welthandelsorganisation (mit Sitz in Genf) bestimmt seit 1995 den Lauf der wirtschaftlichen Globalisierung (durch Handelsverträge).

WTO-Beschlüsse sind bindend, sie setzen nationale Bestimmungen außer Kraft.

Die WTO hat zurzeit 157 Mitgliedsländer.

 

 

 

Aufgaben:

 

.) Regelung der Wirtschaftspolitik (Handelspolitik) der Mitgliedstaaten.

.) Eine weitere Aufgabe ist die Zusammenarbeit mit anderen Internationalen Organisationen.

 

Hauptprinzipien der WTO:

 

.) Sicherstellung fairen Wettbewerbs: Eliminierung unfairer Handelspraktiken (Import- und Exportverbote, mengenmäßige Beschränkungen, Exportsubventionen, Dumping, usw.)

.) Sonderbehandlung für Entwicklungsländer, um ihren Anteil am Welthandel zu erhöhen.

 

Ein Beispiel:

Handelsstreit kommt vor WTO

 

I.)

Klage gegen China wegen Seltener Erden eingereicht

Der Handelsstreit mit China um Exportbeschränkungen für so genannte Seltene Erden (Metalle der Seltenen Erden werden unter anderem für die Herstellung von Mobiltelefonen, Computern, usw. benötigt) wird zu einem Fall für die Welthandelsorganisation (WTO) in Genf. Wie der Handelskommissar der Europäischen Union, Karel De Gucht, mitteilte, wurde gemeinsam mit den USA und Japan Beschwerde eingereicht. Ziel sei die Aufnahme eines offiziellen Schlichtungsverfahrens, erklärte er.

 

Mit Exportquoten (nur eine gewisse Anzahl an Seltenen Erden wurde exportiert), Zöllen und Mindestpreisen (hohe Preise) benachteilige China die globalen Abnehmer und verstoße damit gegen den Beitrittsvertrag zur WTO. "Diese Maßnahmen schaden Produzenten und Verbrauchern in der EU und in der ganzen Welt", sagte De Gucht.

Metalle der Seltenen Erden wie Scandium, Lanthan oder Promethium werden für die Computer- und Kommunikationsindustrie gebraucht. China hat bei diesen für High-Tech-Produkte wichtigen Rohstoffen nahezu eine Monopolstellung als Lieferant.

 

II.)

Regierung in Peking rechtfertigt Exportbeschränkungen

In China stieß das Vorgehen auf Kritik. Industrieminister Miao Wei sagte der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua, man bedaure die Entscheidung. China werde sich nun aktiv verteidigen und seine Position darlegen. Ein Sprecher des Außenministeriums betonte, die Exportbeschränkungen stünden im Einklang mit den WTO-Regeln. Sie seien zum Schutz der Umwelt verhängt worden und sollten darüber hinaus eine nachhaltige Entwicklung im Land gewährleisten. China werde den internationalen Markt weiter mit Seltenen Erden versorgen.

 

 

 

 

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