17. / Globalisierung – Chancen und Gefahren / Institutionen der Globalisierung (WTO, IWF, Weltbank, GATS, TRIPS) / Globalisierungskritik

 

Vertragsgrundlagen der Welthandelsorganisation (WTO):

 

Die Handelsabkommen:

 

Es gibt drei Typen von Abkommen:

.) Abkommen über Waren . Das wichtigste heißt GATT

.) Abkommen über Dienstleistungen GATS

.) Abkommen über geistiges Eigentum (z.B. Patente) - TRIPs

 

 

Das GATT-Abkommen (= Allgemeines Zoll- und Handelsabkommen, das nur den Warenverkehr regelt - Ist heute Bestandteil von WTO ):

 

Vor 60 Jahren, am 30. Oktober 1947 wurde das GATT-Abkommen geschlossen.

Die Vertragsstaaten verpflichteten sich darin, Zölle und Gesetze, die den freien Handel erschwerten, zu beseitigen.

 

Dadurch sollte:

.) der Lebensstandard in den beteiligten Ländern erhöht werden,

.) Vollbeschäftigung erreicht werden,

.) das Einkommen gesteigert werden und

.) die Nachfrage nach Gütern gesteigert werden.

 

Am 15. April 1994 wurde die WTO , die Welthandelsorganisation (World Trade Organisation) gegründet.

Sie widmet sich den gleichen Aufgaben, die zuvor durch das GATT-Abkommen (kontinuierlicher Abbau von Zöllen) geregelt wurden. Und sie betreut weitere Abkommen wie GATS und TRIPS .

 

 

Dienstleistungsabkommen - GATS ( General Agreement on Trade in Services ):

 

GATS ist ein internationales Vertragswerk der Welthandelsorganisation, das den grenzüberschreitenden Handel mit Dienstleistungen regelt (z.B.: Anerkennung beruflicher Qualifikationen)

 

 

 

TRIPS –Abkommen:

 

Das TRIPS -Abkommen regelt Rechtsgebiete wie:

 

.) Schutz geistiger Eigentumsrechte im grenzüberschreitenden Verkehr,

z.B.: Schutz in globalisierten Märkten für Urheberrecht, Markenrecht und Patente

.) den Schutz nicht offen gelegter Informationen (Geschäftsgeheimnisse)

 

 

IWF (Internationaler Währungsfonds):

(wurde 1944 gegründet, 186 Mitgliedstaaten)

 

Der Internationale Währungsfonds ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen (in englisch: United Nations (UN), häufig auch UNO). Den Vereinten Nationen auch untergeordnet ist die Weltbank.

 

Das Ziel des Internationalen Währungsfonds (IWF) ist es, das internationale Finanzsystem zu überwachen und vor allem zu festigen, um in Zukunft Weltwirtschaftskrisen wie die von 1929 zu verhindern.

 

Seine Aufgaben:

.) Überwachung der Geldpolitik

.) hilft Entwicklungsländern mit Krediten aus Finanzkrisen

 

Der IWF hat einen anderen Fokus wie die Weltbank: Er (IWF) vergibt zwar auch Darlehen – allerdings an alle Mitgliedsstaaten , die gerade aus irgendwelchen Gründen in Geldnot sind. Damit spielt der IWF für die Industrieländer und die Weltwirtschaft eine wichtigere Rolle.

Er soll dafür sorgen, sein Name deutet es an, dass die Währungen überall stabil sind und das Geld seinen Wert behält. Dass es also zu keiner Inflation kommt, ist das Hauptziel seiner Kreditvergabe.

Der IWF überwacht die Wirtschaftspolitik seiner Mitglieder. Der IWF fungiert auch als Anbieter von Notruf-Kredite an Mitglieder, die in Schwierigkeiten geraten, im Austausch für das Versprechen des Mitglieds, seine Wirtschaftspolitik zu reformieren.

 

Zum Beispiel:

Eurostaaten und IWF unterstützen Griechenland mit Milliardenkredit:

Griechenland erhält zur Abwendung des drohenden Staatsbankrotts von den 15 Staaten der Eurogruppe und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) Kredite von 110 Milliarden Euro für die nächsten drei Jahre. Davon geben die Eurostaaten 80 Milliarden und der IWF 30 Milliarden Euro. Deutschland übernimmt 22,4 Milliarden Euro. Bundestag und Bundesrat haben im Eilverfahren am 7. Mai dies per Gesetz gebilligt.

 

 

Weltbank:

(wurde 1944 gegründet, 186 Mitgliedstaaten)

 

Hauptsitz der Organisation ist Washington. Die Weltbank hatte ursprünglich den Zweck, den Wiederaufbau der vom Zweiten Weltkrieg verwüsteten Staaten zu finanzieren.

 

Die Weltbank leistet Entwicklungshilfe : Sie vergibt billige Darlehen für Projekte in armen Ländern , zum Beispiel für Bildungsprogramme. Erst 40 Jahre später muss der Kredit zurückgezahlt sein. Oft packt die Weltbank auch selbst mit an, lässt Hafenanlagen, Brücken oder Solaranlagen bauen.

 

 

Globalisierungskritik:

 

Die Globalisierungskritik ist eine Bezeichnung für die internationale Bewegung die sich gegen die neoliberale Form der wirtschaftlichen Globalisierung wendet.

 

neoliberale Form => siehe auf folgendem Link (unten):

http://haus-und.heimat.eu/geographie/verkehrs_und_wirtschaftspolitik_der_eu.htm

 

Die Globalisierungskritiker und Globalisierungsgegner haben endgültig genug! Seit Jahrzehnten wird der Menschheit von den Anhängern des Großkapitals die Globalisierung als Wohlstandsbringer verkauft - und dennoch: Die Armut wächst. Selbst den alten Industrienationen bringt der grenzenlose Freihandel nur Probleme und Ungemach.

 

Die Globalisierung bringt die Konzerne an die Macht!

 

Seit der Globalisierung sind die Konzerne an der Macht und die Regierungen haben im vorauseilenden Gehorsam das zu tun, wonach den Multiplayern (=weltweit produzierende Unternehmen) gelüstet.

 

z.B Forderungen wie - Wenn der Staat nicht:

.) Steuern für die Konzerne weitgehend abschafft,

.) den Kündigungsschutz aufhebt,

u.s.w.,

dann müssen wir uns leider im Ausland nach einem neuen Produktionsstandort umsehen".

 

Kleinere Unternehmen haben keine Chance mehr, auf dem Markt mitzuhalten. In wirtschaftlichen schwachen Staaten, in denen die Arbeitslosigkeit sehr hoch ist, wehren sich die Menschen auch kaum gegen schlimme Arbeitsbedingungen, weil sie keine Stimme haben und froh sind, überhaupt Geld zu verdienen. Die soziale Ungleichheit wächst, wenn ohnehin wohlhabende Menschen in vielen Fällen noch reicher und ärmere Menschen immer ärmer werden.

 

Auch die Umwelt bleibt nicht verschont:

Vermehrte Umweltbelastung durch Steigerung der globalen Produktion (Emission [= Ausstoß

von Schadstoffen] der Industrieländer & falsche Bodenbewirtschaftung der Entwicklungsländer).

 

 

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