15. / Wirtschaftsstandort - Österreich / Land- und Forstwirtschaft / / Strukturwandel / Landwirtschaftliche Produktion im Flachland / Berglandwirtschaft / Einfluss der Globalisierung / Gegenstrategien

 

Land- und Forstwirtschaft in Österreich:

 

Macht in Österreich nur noch 1,5% am BIP aus (wie in jeder hoch entwickelten Industriegesellschaft).

Nahezu 4/5 der österreichischen Landesfläche werden land- und forstwirtschaftlich genutzt (ca. zur einen Hälfte landwirtschaftlich und zur anderen Hälfte forstwirtschaftlich).

 

Bei der landwirtschaftlichen Nutzfläche spielt Ackerland (41%) die größte Rolle, danach Almen und Bergwiesen (30%), der Rest verteilt sich auf andere Wiesen und Weiden sowie auf Obst- und Weingärten.

 

Anteil der einzelnen Produkte am Produktionswert der Land- und Forstwirtschaft in % 2006:

 

.) Forstwirtschaft Produktionsanteil von 20%

.) Milchwirtschaft Produktionsanteil von 13%

.) Rinderzucht Produktionsanteil von 11%

.) Obst- und Gemüseanbau Produktionsanteil 10%

.) Schweinezucht Produktionsanteil 10%

 

 

Strukturwandel:

 

Kleinbetriebliche Betriebsstruktur (Österreich hat einen hohen Anteil an Klein- und Mittelbetrieben):

Viele Betriebe (in Österreich ca. 129000) können heute nur mehr durch Nebenerwerb überleben. Unsere heimischen Betriebe sind im internationalen Vergleich sehr klein.

 

z.B.: In einem österreichischen Stall stehen durchschnittlich 12 Rinder. In Deutschland sind es 35, in Dänemark sogar 81 Stück Vieh.

 

Landwirtschaftliche Produktion im Flachland :

 

z. B.: Marchfeld:

 

.) Der Naturraum: an den meisten Standorten befindet sich die äußerst fruchtbare Schwarzerde (die zu den fruchtbarsten Erden der Welt zählt). Das kontinentale, pannonische Klima begünstigt den Getreideanbau.

 

.) Der allgemeine landwirtschaftliche Strukturwandel : früher gab es im Marchfeld Vieh- und Landwirtschaft. Es wurde verstärkt nach dem 2. Weltkrieg von der Gemischten Landwirtschaft auf Getreidemonokulturen umgestiegen. Durch den starken Wassermangel in diesem Gebiet wurde der Marchfeldkanal gebaut und 1992 eröffnet.

 

Neben der dominanten Getreidemonokultur entwickelte sich als regionale Spezialität der Gemüseanbau.

 

 

Berglandwirtschaft :

 

Rund 70% der landwirtschaftlichen Nutzfläche liegen in den benachteiligten Gebieten (EU-Kategorie - Berggebiete).

Dazu zählen die alpinen Gebiete sowie das Mühl- und Waldviertel:

.) extreme Hanglagen

.) schwierigere Klimaverhältnisse

.) weniger ertragsfähige Böden

 

Ähnliches trifft für die Waldwirtschaft zu.

 

Milch- und Fleischerzeugung und Viehzucht bleiben die wichtigsten Einnahmequellen.

Da es eine Überschussproduktion bei Milch und Fleisch gibt, müssen sich vor allem die Bergbauernbetriebe eher mit Fremdenverkehr ihr wirtschaftliches Überleben sichern.

Bauern in Flachlandregionen produzieren mit geringeren Kosten und in größeren Mengen als Bergbauern (allerdings oft in schlechterer Qualität).

 

Die Bergbauern sind jedoch auch sehr wichtig für die Erhaltung und Gestaltung der Kulturlandschaft (daher bekommen Bergbauern großzügige Förderungen).

 

Z.B.: Käseerzeugung:

 

Da eben in alpinen Räumen hauptsächlich die Viehzucht möglich ist, haben sich einige Regionen im Großen Walsertal und im Bregenzerwald in Vorarlberg auf die Käseerzeugung spezialisiert.

 

Einfluss der Globalisierung:

 

Die Konkurrenz durch die niedrigen Weltmarktpreise ist gewaltig. Österreich produziert wie fast alle modernen Industriestaaten Überschüsse, die am Weltmarkt nicht ohne Subvention (=Unterstützung durch den Staat) verkauft werden können. Langfristig werden die Agrarimporte aus dem billigen Ausland steigen und Österreichs Bauern weiter unter Druck setzen.

 

z.B.: Milchbauern:

1970 gab es noch 200000 Milchbauern. ¾ davon haben seither aufgegeben. Der Rest existiert auch nur mehr dank massiver Subventionierung.

 

 

Gegenstrategien (Biolandwirtschaft):

 

Im Bereich der biologischen Landwirtschaft (sowohl alpin, als auch das Flachland stellt die Produktion auf Bio um) ist Österreich zum Spitzenreiter in Europa geworden.

 

 

 

 

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