
Neulandgewinnung:
Ausgedehnte Gebiete werden in Kulturland umgewandelt und für den Menschen nutzbar gemacht. Teilweise werden hierfür aufwendige kulturtechnische Massnahmen nötig (z.B. Rodung, künstliche Bewässerung).
Urbarmachung bedeutet auch immer einen Verlust an Natürlichkeit der entsprechenden Räume.
Im Regenwald ist eine beständige Landwirtschaft nicht möglich, da der Boden für eine intensiv genutzte Landwirtschaft nur durch Brandrodung brauchbar gemacht werden kann. Doch die Brandrodung birgt ein schwerwiegendes Problem. Durch das Verbrennen aller organischen Stoffe wird er schon nach 2-3 Jahren unbrauchbar, weil ihm die Nährstoffe ausgehen. Deswegen müssen Bauern, die intensive Landwirtschaft betreiben, immer zum nächsten Teil des Regenwaldes ziehen und dort wieder ein Stück Regenwald per Brandrodung nutzbar machen.
Neulandgewinnung für:

Eine weitere Form der Neulandgewinnung ist die Urbarmachung von Halbwüsten, Steppen und Savannen zur landwirtschaftlichen Nutzung durch Bewässerungsanlagen.
Landwirtschaft in den Industrieländern – Strukturwandel:
Wer dem Wettbewerb in der Landwirtschaft standhalten will, muss modernisieren, das heißt, den Betrieb vergrößern und mittels Technik die Produktivität erhöhen.
Dabei gehen Arbeitsplätze verloren .
Heute kann ein Landwirt viel mehr Menschen ernähren als früher.
z.B.: In der Europäischen Union hat der Strukturwandel in der Landwirtschaft den Arbeitsmarkt
deutlich verändert. In allen Ländern sank der Anteil der Bauern. Im Jahr 1960 arbeiteten insgesamt fast 18 Millionen Menschen in der Landwirtschaft. Heute finden nur noch knapp 8 Millionen eine Arbeit in der Landwirtschaft.
Dieser Strukturwandel hat EU-weit dieselben Ursachen: Einerseits wächst die Nachfrage nach Nahrungsmitteln kaum noch, andererseits ist infolge des technischen Fortschritts in der Landwirtschaft die Produktivität stark gestiegen.
Für die Zukunft wird wohl ein weiterer Rückgang der landwirtschaftlichen Betriebe zu erwarten sein.
Geschichte der Agrarwirtschaft :
Jahrtausendelang war der Mensch vom Naturangebot abhängig. Menschen waren Jäger, Sammler und
Fischer. Dann mit Hilfe von Erfindungen, wie zum Beispiel dem Pflug, dem Ochsengespann, dem
Zaumzeug für Pferde ...u.s.w., begann der Ackerbau und die Viehwirtschaft neben Hack und Pflugbau
sich zu entwickeln. Menschen wurden sesshaft und veränderten durch Feldbau und Vieh die
Naturlandschaft zur Kulturlandschaft.
Die notwendigen landwirtschaftlichen Überschüsse zur Entwicklung einer nichtlandwirtschaftlichen
Bevölkerung, wurde durch Einsatz von Maschinen, Einführung der Fruchtwechsel, künstliche Düngung und anderen “Verbesserungen” erzeugt.
Die Landwirtschaft war und ist noch immer, wie sonst kein anderer Wirtschaftszweig vom Strukturwandel betroffen. Die österreichische Landwirtschaft erzeugt heute mit weniger Personal auf weniger Fläche mehr Agrarprodukte als je zuvor.
Im Vergleich zu 1980 gab es 1990 viel weniger Vollerwerbsbetriebe, aber viel mehr Nebenerwerbsbetriebe.
Vollerwerbsbetrieb : Landw. Betrieb, dessen Besitzer allein von der Landw. lebt.
Nebenerwerbsbetrieb. : Lw. Betr., dessen Besitzer einer hauptberuflichen Tätigkeit außerhalb der Landw. nachgeht.
Das land- und forstwirtschaftliche Erwerbseinkommen durch öffentliche Zuschüsse (Preisstützen,
Bergbauernprogramm, ... also Subventionen) ergänzt. Doch auch mit diesen Unterstützungen sind die Folgen des Strukturwandels, zu mindestens in der Landwirtschaft dramatisch.
Als regionales Fallbeispiel: US-Landwirtschaft:
Bis in den 1970iger Jahren waren in der US-Landwirtschaft häufig Familienbetriebe anzutreffen, dann kam die Agroindustrie (siehe auch Seite 2) und viele Farmer konnten das notwendige Kapital zur Modernisierung ihrer Betriebe nicht mehr aufbringen und mussten Ihren Grund verkaufen.
Andere Farmer gehen Verpflichtungen gegenüber Nahrungsmittelkonzerne oder anderen Abnehmer ein ihre Produkte nur ihnen zu einem bestimmten Preis zu überlassen (es entsteht Abhängigkeit).