5. / Nutzung von knappen Ressourcen / Energiepolitik

Nutzung von knappen Ressourcen (=Reserven):

 

 

Was sind Rohstoffe?

Rohstoffe sind natürliche Ressourcen (=Reserven), die bis auf die Lösung aus ihrer natürlichen Quelle noch keine Bearbeitung erfahren haben. Sie werden aufgrund ihres Gebrauchswertes aus der Natur gewonnen und entweder direkt konsumiert oder als Arbeitsmittel und Ausgangsmaterialien für weitere Verarbeitungsstufen in der Produktion verwendet.

 

Nicht-Erneuerbare Ressourcen (bzw keine Regeneration in nach menschlichem Ermessen
relevanten Zeiträumen):

Beispiele: Erdöl, Kohle, Erdgas, Mineralien (Kupfer, Nickel)

 

Erneuerbare Ressourcen:

Beispiele: Sonnenenergie, Erdwärme

 

 

Kein Rohstoff ist unbegrenzt vorhanden:

 

Die Menschheit lebt über ihre Verhältnisse: Seit langem verbraucht die Weltbevölkerung mehr Bodenschätze, als die Erde dauerhaft bereitstellen kann.

 

Der hohe Verbrauch der Industrienationen wird aktuell noch durch den niedrigen Verbrauch ärmerer Länder ausgeglichen. Doch mit dem Aufschwung der Schwellenländer nimmt auch dort der Bedarf zu.

 

Darüber hinaus ist die Gewinnung von Primärrohstoffen oftmals mit immensen Schäden an der Natur verknüpft: Wälder werden abgeholzt, Boden- oder Gesteinsformationen abgetragen, Luft und Flüsse verschmutzt. Dass viele Bodenschätze in Regionen gewonnen werden, deren Umweltstandards niedrig sind, verschärft die Situation zusätzlich.

 

z.B.: Rohstoff Holz:

Regenwaldrodung für Weiden, Zuckerrohr und Soja (Biokraftstoff) und Tropenholz:

 

In Brasilien werden Regenwaldflächen zu 80% für Weideflächen für die Rinderzucht gerodet

 

oder

 

von Kanadas Wälder werden jährlich 700 000 ha Wald abgeholzt. Jeder 10. Kanadier ist in der Holzbranche tätig. Kanada ist der größte Produzent von Zeitungspapier (ein drittel der Weltproduktion) und der größte Schnittholzexporteur.

 

Wenige Teile werden heute sogar neu Aufgeforstet, aber es gibt in Kanada keine Forstwirtschaft wie wir es in Europa kennen.

 

Eine Lösung wäre vielleicht Recyclingpapier!

 

oder

 

Überfischung der Meere:

Die Fischbestände in den Meeren sind deutlich zurückgegangen, bei den Großfischen wie Thunfisch und Kabeljau sind sie innerhalb von 50 Jahren schon um 90 Prozent gesunken.

 

Durch den technischen Fortschritt können am offenen Meer Fischschwärme ziemlich genau geortet werden. Die Fangschiffe, Motoren und Netze werden immer größer.

 

oder

 

die Republik Kongo, mit ihrem seltenen Erz "Coltan" - (daraus wird das Metall Tantal), das für die Mobiltelefone, Flugzeugbau, Computer usw unbedingt nötig ist.

 

Im Kongo wird das Erz auf brutale Weise gewonnen. Kongo ist sowieso Reich an Bodenschätzen, wie z.B. Kupfer, Zink, Kadmium. Die Bergleute müssen mit primitiven Mitteln Löcher in die Hänge graben, die nicht gesichert sind und immer wieder einstürzen. Sie bekommen Minimalbeträge für das geschürfte Erz Coltan.

 

Im tiefsten Regenwald, an der Grenze zwischen dem Kongo, Ruanda und Uganda lagern die weltweit größten Ressourcen des Roherzes. Die Machthaber führen Kriege um Coltan, und finanzieren sie gleichzeitig damit. Erst seit 1950 wird Coltan überhaupt genutzt. Doch schon jetzt ist klar, dass die knappen Ressourcen dieses Rohstoffes bald wieder zu neige gehen. Die Frage ist, wie oder durch was kann es dann ersetzt werden?

 

 

Rückgewinnung als Lösung:

 

Um die Rohstoffversorgung dauerhaft zu sichern, ist konsequentes Recycling notwendig. Effiziente Kreislaufwirtschaft führt gebrauchte Materialien als hochwertige Rohstoffe in den Produktionskreislauf zurück. Das schont die natürlichen Ressourcen.

 

 

Schwerpunkte der Europäischen Energiepolitik:

 

umweltfreundliche Energieerzeugung mit erneuerbaren Energien und kohlenstoffarme Technologien wie z.B. Sonnen-, Wasser und Windkraft.

 

Die indigenen Völker der Arktis:

Öl- und Erdgasboom:

Die Anrainerstaaten zur Arktis streiten um die (Grenz)Kontrolle von Seestrassen und rohstoffreichen Gewässern, weil man heute leichter an Rohstoffe in der Arktis kommt, da sie immer länger Eisfrei bleibt. Dann würde man z.B. leichter Öl und Erdgas fördern können.

 

Die indigenen Völker des Nordens müssen heute feststellen, dass der Rohstoffhunger der Industrieländer innerhalb von wenigen Jahren ihre Lebensgrundlage rücksichtslos zerstört.

 

In der Nähe von Förderstätten trinken die Menschen verseuchtes Wasser, essen verseuchten Fisch und atmen vergiftete Luft die Folge sind Krebserkrankungen. Zu all dem wird den dort lebenden indigenen Völkern ihr Land genommen.

 

Für die Pipelineprojekte muss (borealer) Wald abgeholzt werden. Diese Borealen Wälder befinden sich auf der Nordhalbkugel und machen ein Drittel des Waldbestandes aus. Der übrigens auch noch für die Papierindustrie und die Ressourcenförderung abgeholzt wird.

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