14. / Gesamtwirtschaftliche Leistungen und Probleme – österreichische Wirtschafts- und Sozialpolitik / Träger der österreichischen Wirtschaftspolitik (AK, ÖGB, ...) / Wirtschafts- und Sozialpartnerschaft / Eigentumsverhältnisse (Privatisierung, ...)

 

Wirtschafts- und Sozialpartnerschaft:

 

= Zusammenarbeit zwischen Regierung und den vier großen Interessenvertretungen:

Wirtschaftskammer, Landwirtschaftskammer, Arbeiterkammer und dem Österreichischem Gewerkschaftsbund.

 

Die Sozialpartnerschaft ist eine österreichische Besonderheit, die zum Ziel hat, zwischen den Interessenvertretern (Organisationen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer ) in sozial- und wirtschaftspolitischen Fragen einen Konsens zu erreichen (diese Zusammenarbeit ist freiwillig). Am so genannten „Grünen Tisch“ werden Probleme besprochen und häufig auch Lösungen dafür gefunden (so kann man z.B. Arbeitskonflikte vermeiden und es gibt dann keine Streiks).

 

Entscheidungsträger der österreichischen Wirtschaftspolitik:

 

Interessensverbände der Arbeitgeber:

 

.) Wirtschaftskammer (WKÖ):

Pflichtmitgliedschaft; Gesetzliche Interessenvertretung aller österreichischen Unternehmen.

Die WKÖ ist Dachorganisation für die 9 Landeswirtschaftskammern (eine pro Bundesland).

 

.) Landwirtschaftskammern (LWK):

Pflichtmitgliedschaft für Landwirte

 

.) Vereinigung der österreichischen Industrie:

freiwillige Interessenvertretung der österreichischen Industrie; wie ÖGB

 

Interessensverbände der Arbeitnehmer:

 

.) Arbeiterkammer (AK):

Pflichtmitgliedschaft für Arbeitnehmer (nicht f. öffentlich Bedienstete)

 

.) Österreichischer Gewerkschaftsbund (ÖGB):

keine Pflichtmitgliedschaft. Er vertritt zusammen mit der Arbeiterkammer die Arbeitnehmerinteressen.

 

 

Eigentumsverhältnisse (Privatisierung, …):

 

ÖIAG – Österreichische Industrieholding AG:

 

Als marktwirtschaftlich ausgerichtetes Land verfügte Österreich viele Jahrzehnte lang über einen relativ hohen Anteil an Unternehmen , die zur Gänze oder teilweise im Besitz der Republik Österreich waren und noch sind (ÖIAG – Österreichische Industrieholding AG - Beteiligungs- und Privatisierungsagentur der Republik Österreich).

 

1946 wurden, zum Schutz der heimischen Wirtschaft in schwierigen Zeiten, Teile der österreichischen Industrie verstaatlicht. Was damals in bester Absicht begann, kostete später Milliarden und wurde zur unendlichen Schuldengeschichte. Sie, die Staatsbürgerinnen und Staatsbürger, mussten als Eigentümer der Verstaatlichten jahrelang deren hohen Verluste auch mit Ihren Steuergeldern abdecken. Die ÖIAG, die Gesellschaft für Beteiligungen des Staates an Unternehmen, übernahm im Auftrag der Regierung die hohen Schulden der Verstaatlichten und verlustreiche Unternehmen. Noch zu Jahresbeginn 2000 betrugen die Finanzschulden 6,3 Milliarden Euro. Diese Schulden sind heute abgebaut. Gleichzeitig konnte der Wert der verbliebenen ÖIAG-Beteiligungen auf rund 5,5 Milliarden Euro gesteigert werden. Die Geschichte hat ein happy end. Die ÖIAG ist heute schuldenfrei.

 

Aufgaben der Gesellschaft (ÖIAG):

 

.) Privatisierungsmanagement => Abgabe von Anteilen (Aktien)

.) Beteiligungsmanagement => Verwaltung von Anteilsrechten (Aktien)

.) der Erwerb von Anteilsrechten (Aktien)

 

 

Eine Auswahl von Betrieben, die früher im Eigentum der Republik Österreich (ÖIAG) waren:

 

.) Voestalpine Stahl AG

.) Chemie Holding AG

.) Austria Metall AG

.) Austria Tabak AG

.) DDSG

.) österreichische Lotterie

 

Bis 2005 wurden über 30 große Unternehmen wie z.B.: Bank Austria, Österreichische Staatsdruckerei GmbH, Austria Tabak AG und viele andere mehr zum Teil oder vollständig über die Börse oder an andere Unternehmen verkauft.

 

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Ein aktuelleres Beispiel:

 

Privatisierungsauftrag der Bundesregierung hinsichtlich der Austrian Airlines AG:

 

Entsprechend dem Beschluss des Ministerrats vom 12. August 2008 wurde dem Vorstand der Österreichischen Industrieholding Aktiengesellschaft in der außerordentlichen Hauptversammlung vom 5. September 2008 folgender Privatisierungsauftrag erteilt:

 

Die ÖIAG wird ermächtigt, die Austrian Airlines AG bei Erhaltung einer österreichischen Kernaktionärsstruktur von 25% + 1 Aktie zu privatisieren.

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Die verbliebenen Beteiligungen der ÖIAG:

 

.) Telekom Austria (zu 28,42 %)

.) OMV (zu 31,50 %)

.) Österreichische Post AG (zu 52,82 %)

 

 

 

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