20. / Politische Gestaltung von Räumen / Raumordnung als gestalterisches Element auf kommunalpolitischer Ebene / Begriffsklärung Raumordnung – Raumplanung / Gründe / Zersiedelung / Flächenwidmungs- und Bebauungsplan (Organisation des Grundbuchs, Zersiedelung) / Organisationsschema

20. Politische Gestaltung von Räumen:

 

Raumordnung als gestalterisches Element auf kommunalpolitischer Ebene:

(kommunal - die Gemeinde betreffend)

 

Begriffsklärung Raumordnung Raumplanung:

 

Der Begriff Raumplanung umschließt alle die Tätigkeiten, die zur Gestaltung des Raumes beitragen.

Ziel der Raumordung und Raumplanung ist der Schutz des Naturraums und der Umwelt bei gleichzeitiger Berücksichtigung der wirtschaftlichen Entwicklung.

 

Gründe:

 

.) Umweltschutz

.) Schutz vor Naturgewalten

.) Vorsorge für die Bevölkerung (Lebens- und Arbeitsbedingungen)

.) Vermeidung von Zersiedelung (dies verursacht eine enorme Verkehrszunahme)

 

Bedeutung Zersiedelung:

 

Unter Zersiedelung versteht man entweder die Errichtung von Gebäuden außerhalb von im Zusammenhang bebauten Ortsteilen, oder das ungeregelte und unstrukturierte Wachstum von Ortschaften in unbebauten Raum hinein.

 

Organisationsschema (der Raumordnung):

 

Raumordnung in Österreich:

 

Die Kompetenz der Raumordnung und Raumplanung liegt in Österreich grundsätzlich bei den Bundesländern.

 

.) Raumordnung der EU:

Europäisches Raumentwicklungskonzept (EUREK - Leitlinien)

Planungen: EUREK und ÖREK 2001

 

.) Raumordnung des Bundes:

Raumordnungsgesetz im Bundesverfassungsgesetz

 

.) Raumordnung der Länder Landesplanung/Landesentwicklung:

In den einzelnen Bundesländern werden basierend auf den Landesraumordnungsgesetzen die Landesentwicklungspläne (sind z.B.: gesetzliche Grundlage für Fördergelder) verordnet.

 

.) Raumordnung auf Regionsebene Regionalplanung:

Ziele und Grundsätze der Raumordnung in Regionalplänen (sind z.B.: überregionale Radwege)

 

.) Kommunale Bauleitplanung Gemeinden:

Flächenwidmungspläne und Bebauungspläne nach dem Baurecht liegen in der Kompetenz der Gemeinde.

 

Der Flächenwidmungsplan zeigt, ob das Grundstück bzw. die umliegenden Flächen als Bauland oder Grünfläche gewidmet sind. Außerdem wird daraus ersichtlich, ob Bauvorhaben geplant sind, die die Lebens- und Wohnqualität sowie den späteren Verkaufserlös der Immobilie deutlich beeinträchtigen. Jede Gemeinde besitzt einen Flächenwidmungsplan , in dem festgehalten wird, welche Flächen nicht bebaut werden dürfen und Grünland bleiben müssen, für Straßen und Autobahnen benötigt werden und welche Gebiete der Errichtung von Wohn- und Geschäftsbereichen "gewidmet" sind.

 

Gäbe es hier keine Regulierung, dann könnte rein theoretisch eines Morgens plötzlich mitten durch Ihr Wohngebiet eine Autobahn führen.


(Gründe)

Die Vermeidung einer baulichen "Anarchie" dient also im Prinzip der allgemeinen Harmonie. Die Lebensqualität in Wohnbereichen soll nicht durch Lärm und Abgase gemindert werden und die grünen Wiesen und Wälder sollen Natur pur bleiben. Im Zuge der Raumplanung versuchen die Gemeinden einerseits die wirtschaftlichen, touristischen und menschlichen Interessen zu wahren, andererseits aber auch dem Schutz der Umwelt und der Kultur die gebührende Aufmerksamkeit zu widmen.

Auf dem Flächenwidmungsplan können Sie also ablesen, was sich heute oder in Zukunft im Umfeld Ihres Grundstückes abspielen wird. Außerdem gibt er zum Beispiel Auskunft darüber, woher der Wind vorwiegend weht, was ebenfalls eine nicht uninteressante Information ist. Der Flächen- widmungsplan wird immer wieder einer Aktualisierung unterzogen, dann könnten die Karten neu gemischt werden.

Kein Grundstückskauf ohne Flächenwidmungsplan!

 

Unterschied Bebauungsplan (f ür einen Teil des Gemeindegebietes / Ausschnitte (Grundstücke aus der DKM mit genauen Angaben der Grenzlinien) Flächenwidmungsplan (=f ür das ganze Gemeindegebiet / DKM- Daten des Vermessungsamtes ) :

 

Der Unterschied zwischen Bebauungsplan und Flächenwidmungsplan ist, dass beim Bebauungsplan deutlich mehr Details festgehalten sind. Der Flächenwidmungsplan

hat konkret die geordnete Art der Nutzung der gesamten Fläche des Gemeindegebietes festzulegen (=Widmung).

 

Die allgemeinen Widmungskategorien sind:

Bauland,

Grünland und

Verkehrsflächen


In einem Bebauungsplan kann teilweise sehr genau definiert sein, auf welche Weise ein Grundstück bebaut werden darf. So können zum Beispiel die maximale Bauhöhe, die maximal zulässige Anzahl der Geschosse oder auch die Größe der Grundfläche eines Gebäudes festgelegt sein. Das Spektrum an Möglichkeiten ist groß und reicht von der Art der Grundstücksnutzung bis hin zur Form des Daches.

 

Beispiel Flächenwidmungsplan:

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