20. / Politische Gestaltung von Räumen / Raumordnung als gestalterisches Element auf kommunalpolitischer Ebene / Fortsetzung: Gefahrenzonenpläne / Neue Strategien in der raumwirksamen Gemeindepolitik durch Bürger/innen – Beteiligung / nachhaltige Gemeindeentwicklung durch die "Lokale Agenda 21"

z.B.: Gefahrenzonenplan - Richtlinie für die Gefahrenzonenplanung:

 

 

Neue Strategien in der raumwirksamen Gemeindepolitik durch Bürger/innen – Beteiligung:

 

Vorerst eine Begriffserklärung:

Was heißt "Agenda"?

"Agenda" stammt aus dem Lateinischen. Es bedeutet: "was getan werden muss".

Was heißt "Agenda 21"?

"Agenda 21": betreffend das 21. Jahrhundert; daher Agenda 21.

"Agenda21" ist ein weltweites Aktionsprogramm für das 21. Jahrhundert, um die bisherigen Umweltbelastungen zu stoppen, zu reduzieren und das Gleichgewicht unserer Natur wieder herzustellen.

Wenn wir auch den künftigen Generationen ein menschenwürdiges Leben ermöglichen wollen, müssen wir heute unser Denken und Handeln darauf abstellen. Aus dieser Erkenntnis heraus wurde 1992 in Rio de Janeiro die "Agenda 21" von 178 Staaten erarbeitet und unterzeichnet. Die Kommunen sind darin aufgefordert, eigene, lokale Agenden zu erarbeiten.

 

 

Historische Entwicklung bis zur Agenda 21:

 

Historische Entwicklung:

 

Im Jahr 1972 wies der "Club of Rome" in seinem Bericht "Über die Grenzen des Wachstums“ erstmals auf die kritische Situation der Erde in Bezug auf Umweltbelastung und Ressourcenausbeutung hin. Doch es dauerte bis 1992, bis Fragen der Ressourcenverteilung, der nachhaltigen Entwicklung und der Initiierung von nachhaltigem Handeln erstmals bei einer großen internationalen Konferenz diskutiert wurden.

 

Agenda 21 - Rio de Janeiro 1992:

 

Die Agenda 21 ist ein Programm für die nachhaltige Entwicklung (für das 21. Jahrhundert), beschlossen von 172 Staaten auf der Konferenz für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen (UNCED) in Rio de Janeiro (1992).

Ihre kommunale (=gemeinschaftliche) Umsetzung ist die Lokale Agenda 21 .

 

Bei der UN Konferenz für Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro standen diese Fragen im Zentrum der Diskussionen. Im Schlussdokument, der Agenda 21, waren sich die VertreterInnen der 179 Nationen darüber einig, dass für nachhaltige Lösungen die wechselseitige Abhängigkeit von

 

¦ Ökonomie (wirtschaftlichem Wohlstand),

¦ Ökologie (ökologischem Gleichgewicht),

¦ sozialen Aspekten (soziale Gerechtigkeit) betrachtet werden muss und

¦ konkrete Lösungen müssen vor Ort entstehen (=lokale Agenda 21), unter Beteiligung aller Betroffenen der Bevölkerung, der Unternehmen, der Politik und Verwaltung sowie verschiedener Institutionen.

 

Dabei gilt es Interessenskonflikte auszuhandeln, Kompromisse zu suchen und neue Wege für ein Miteinander zu finden.

 

 

Lokale Agenda 21:

 

In Lokale Agenda 21-Prozessen gehen Leute aus Gemeinden, Städten oder Regionen partnerschaftlich den Weg in die Zukunft. Nachhaltige Entwicklung bezieht sich also gleichwertig auf alle drei Bereiche Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft:

 

 

 

Nachhaltige Entwicklung umfasst die drei Dimensionen Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft. Rücksichtnahme auf kommende Generationen und die Solidarität mit benachteiligten Ländern sind weitere zentrale Elemente des Konzepts.

 

Nachhaltige Entwicklung umzusetzen! Dieses Handlungsprogramm "Agenda 21" spricht alle politischen Ebenen an und verweist ganz gezielt auf die Kommunen (= politischen Gemeinden). Die Gemeinden werden dabei aufgefordert, selbstverantwortlich unter Einbindung der Bevölkerung die Zukunft selbst in die Hand zu nehmen und „ihre lokale Agenda“ zu entwerfen.

 

 

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