20. / Politische Gestaltung von Räumen / Neue Strategien in der raumwirksamen Gemeindepolitik durch Bürger/innen – Beteiligung / Phasen eines Agenda – Prozesses / regionale Fallbeispiele (Land Steiermark - Projekt von steirischen Gemeinden und Städten; Agenda-Gruppe "Bennoplatz" (Josefstadt) - Wien, 8. Bezirk, Bennoplatz)

Förderbereich von lokalen Agenda 21-Prozessen:

 

Wer wird gefördert?

 

.) Gemeinden

.) Vereine

 

Phasen eines Agenda – Prozesses:

 

Aktive Phasen wechseln mit Abschnitten der Neuorientierung und Themenauswahl. Mit den Schwerpunkten wechseln nicht selten auch die Teilnehmer, die sich stets ehrenamtlich und zeitweise für ihr Thema engagieren.

Agenda 21-Prozesse – Phasen der Produktentstehung:

 

Phase 1 (2 – 6 Monate): Vorbereitung und Start: jemand von seinem Vorhaben überzeugen bzw. das Interesse wecken.

 

Phase 2 (2-3 Monate): Aufbauen: ein Kernteam (aus allen gesellschaftlichen Gruppen zw. 10 – 18 Personen) einrichten, das den Ablauf des Prozesses festlegt.

 

Phase 3 (3 – 6 Monate): Zukunftsprofil erarbeiten: Ideen für die Zukunft erarbeiten, formulieren und beschließen. Erste Maßnahmen umsetzen.

 

Phase 4 (2 Jahre): Projekte mit Gemeinderat abstimmen

 

Phase 5: Start der Umsetzung konkreter Projekte

 

Kooperationen mit anderen Städten und Gemeinden

 

 

Was bringt der Prozess?

.) Miteinander vor Ort

.) gemeinsame Stadtentwicklung

.) Bereitschaft politisch / gesellschaftlich aktiv zu werden

.) eigennützige Überlegungen der Bürger sind legitim

.) bessere Verzahnung von Gemeinderat, Verwaltung und Bevölkerung

.) der Agenda-Prozess und dabei vor allem die konkreten Agenda-Projekte sind wichtige Bausteine auf dem gemeinsamen Weg in eine nachhaltige Zukunft der Stadt

 

regionale Fallbeispiele:

 

Das Land Steiermark hat bereits im Jahr 1997 den Verein „Ökologische Landentwicklung Steiermark (ÖLE)“ eingerichtet, um damit die Lokalen Agenda 21 Prozesse zu unterstützen und zu begleiten.

 

z.B.: Verein der ökologischen Landentwicklung Steiermark:

 

Gemeindebetreuung im Rahmen von Lokal Agenda 21 – Prozessen

 

Projekt von steirischen Gemeinden und Städten:

 

.) Projekt: "Nachhaltige Gemeindeentwicklung"

.) Projekt: "Nahversorgung ist Lebensqualität"

.) Unterstützung von regional nachhaltigen Projektinitiativen

.) Vernetzung mit anderen LA21-Gemeinden in der Steiermark

 

Mittlerweile ist die Lokale Agenda 21 in über 150 steirischen Gemeinden verbreitet und ist somit das Bundesland mit der größten Breitenwirkung.

 

Der Verein Landentwicklung Steiermark ( Nachfolgeverein der ÖLE ) ist als Leitstelle von der Fachabteilung 19D beauftragt, alle interessierten Gemeinden und Regionen bei der Umsetzung der Agenda 21 in der Steiermark zu unter­stützen.

 

Im Auftrag der Steiermärkischen Landesregierung unterstützt die Landentwicklung Steiermark die steirischen Gemeinden bei der Durchführung von nachhaltigen Entwicklungsprogrammen.

 

oder:

 

Beispiel:

Agenda-Gruppe "Bennoplatz" (Josefstadt) - Wien, 8. Bezirk, Bennoplatz aufbessern und neu zu gestalten:

 

lokale Agenda 21 => nach dem Motto: Alle ziehen gemeinsam an einem Strang! Bedeutet, dass jeder Einzelne von uns etwas mitgestalten kann.

 

Der "Bennoplatz" ist einer der zentralen Plätze der Josefstadt. Mithilfe von AnrainerInnen und BewohnerInnen soll dieser Platz wieder zu einem Ort des nachhaltigen "Miteinander" werden.

 

Den "Bennoplatz" aufzubessern und neu zu gestalten, waren die zentralen Ziele der Agenda-Gruppe. Anrainer und Anrainerinnen, sowie regelmäßige Nutzer dieses öffentlichen Raumes im Bezirk (wie zum Beispiel Kinder und Jugendliche) wollten den Platz attraktiver gestalten und mit punktuellen Verbesserungen erreichen, dass der "Bennoplatz" ein Ort des Miteinander und der Begegnung wird.

 

Zu diesem Zweck wurde zunächst eine Skizze erstellt, in der die JosefstädterInnen ihre Wünsche und Vorstellungen eines optimalen " Bennoplatz es" einzeichneten. Im Frühjahr 2010 fuhren dann die Bagger auf, um den Bennoplatz neu zu gestalten.

 

Ergebnisse , die bereits umgesetzt wurden:

.) Verkehrsberuhigung durch zusätzliche Schwellen und 30 km/h Zone

.) durch attraktive Sitzgelegenheiten

.) der Kinderspielplatz wurde modernisiert

.) zusätzliche Beleuchtung (sollte auch der Sicherheit dienen)

 

Diese Ideen wurden in mehreren Arbeitstreffen unter den TeilnehmerInnen (vorwiegend AnrainerInnen) und mit Experten der zuständigen Magistratsabteilungen erarbeitet und wurden in einem nächsten Schritt der Bezirksvertretung zur Prüfung und Umsetzung vorgelegt.


Quer durch alle politischen Parteien befürworteten die Mitglieder der Bezirksvertretung das Verschönerungskonzept. Alle Altersgruppen sind bei den von der Agenda Josefstadt moderierten Anrainerversammlungen zu Wort gekommen und finden in der Gestaltung ihren Platz, kommentierte Bezirksrat Winfried Sonnleithner das Ergebnis.


 

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