15. / Wirtschaftsstandort - Österreich / regionale Disparitäten / Arten und Ursachen – regionaler Disparitäten (für Österreich) / Industrieregionen / Strukturwandel in Industriegebieten (regionale Beispiele)

 

Regionale Disparitäten (=Ungleichheiten):

 

Der Wohlstand eines Landes ist regional immer ungleich verteilt. Diese Ungleichheiten zwischen den Teilräumen nennt man regionale Disparitäten.

 

Arten regionaler Disparitäten (für Österreich):

 

.) Stadt-Land-Disparität: Unterschied zwischen den wohlhabenden Landeshauptstädten und Wien einerseits und dem ärmeren ländlichen Raum anderseits

 

.) West-Ost-Disparität: Unterschiede zwischen den ärmeren östlichen (Burgenland, Niederösterreich) und den reicheren westlichen (Vorarlberg, Tirol, Salzburg) Bundesländern

 

.) Süd-Nord-Disparität: Unterschiede zwischen den ärmeren südlichen (Kärnten, Steiermark) und den reicheren Bundesländern nördlich der Alpen

 

.) Daneben gibt es noch Unterschiede innerhalb des ländlichen Raumes zwischen den reichen Fremdenverkehrsregionen vor allem im Westen und den ärmeren ländlicheren Räumen im Osten und Süden.

 

.) Weiters gibt es auch Disparitäten innerhalb der größeren Städte (z.B.: Wien: Gefälle zwischen Innenbezirken und Stadtrandbezirken).

 

 

Ursachen regionaler Disparitäten (für Österreich):

 

.) Naturräumliche Ursachen: die Alpen nehmen mehr als 60% der Landesfläche ein. Dort ist fast keine Industrie möglich.

Dafür wird der Alpenraum derzeit vor allem durch den Tourismus intensiv wirtschaftlich genutzt.

 

.) Historische Ursachen :

Wirtschaftliches Ost-West-Gefälle ist bis heute in den Statistiken erkennbar.

Im gesamten Osten gab es eine Entwicklungsblockade zu den Grenzen der damaligen Ostblockländer. Die westlichen Bundesländer profitierten durch die Angrenzung der schon damaligen EU-Länder Deutschland und Italien sowie der Schweiz.

 

 

Industrieregionen:

 

Alte Industrieregionen:

 

Eher im Osten und im äußersten Westen, vor allem in der Textil- und Bekleidungsindustrie. Außerdem die Eisen verarbeitende Industrie.

Durch weltwirtschaftliche Konkurrenz wurden die Gebiete zum Teil vollständig restrukturiert (neu gestaltet).

 

Z.B.: .) äußerster Westen: Vorarlberger Rheintal (Textil- und Bekleidungsindustrie)

.) Osten: oberes Waldviertel (Textil- und Bekleidungsindustrie),

südliches Wiener Becken (Textil- und Bekleidungsindustrie, Papierindustrie, ),

Mur-Mürz-Furche und Eisenwurzen (Eisen verarbeitende Industrie [Schwerindustrie])

 

 

 

Neue Industrieregionen:

 

Sie sind zum Teil nach dem 1. Weltkrieg entstanden und liegen entlang der Westachse (Oberösterreich, Salzburg und Tirol). Während der nationalsozialistischen Herrschaft entstanden vor allem die Stahl und Chemieindustrie in Linz und das Aluminiumwerk in Ranshofen bei Braunau.

Die großen Betriebsansiedlungen jüngeren Datums gingen vor allem von der Automobilindustrie aus: General Motors in Wien, Magna International in Graz, BMW in Steyr. Auch andere Regionen profitieren davon durch Zulieferbetriebe.

Einzelne Betriebe arbeiten auch im Hightechsektor.

 

 

 

 

Strukturwandel in Industriegebieten (regionale Beispiele):

 

Alte Industriegebiete im Wandel:

 

Alte Industriegebiete haben überall in Europa und in Nordamerika mit Krisen zu kämpfen. Neue Industrien müssen angesiedelt werden, um das Überleben ganzer Regionen zu garantieren.

 

 

 

z.B.: Heute ist die Mur-Mürz-Furche nicht mehr der wichtigste Industriestandort der Steiermark:

 

Mur-Mürz-Furche:

Standortfaktoren im 19. Jahrhundert:

.) Eisenerz (z.B. Erzberg)

.) Braunkohle (z.B. Fohnsdorf)

.) Großer Absatzmarkt (Österr.-Ungarn)

.) Know-how (Tradition des Eisen verarb. Gewerbes)

.) Eisenbahnanschluß

 

Heute: Probleme eines alten Industriegebietes:

.) Erschöpfung der Rohstoffe

.) Standort: abseits der Hauptverkehrsrouten

.) Konkurrenz von Niedriglohnländern

.) früher verstaatlicht

 

Von der Stahlindustrie zur Technologieindustrie:

 

Der Industriestandort hat sich in die ländliche Oststeiermark und Region Graz verschoben (=Technologieland geworden).

 

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