10. / Regionale Entwicklungspfade im Vergleich

Sozioökonomische Folgen und Umweltprobleme nach dem EU-Beitritt:

 

Erklärung „sozioökonomisch“: „gesellschafts-wirtschaftlich“ =>

…Wirtschaftsweise und Lebensweise verändern sich gleichzeitig…

 

Transformationsprozesse in Osteuropa und ihre Folgen:

(Transformation = Übergang)

 

Die Länder im Osten Europas haben gegenüber dem Westen einen beträchtlichen wirtschaftlichen Entwicklungsrückstand. Von 1945 bis 1989 kommunistische Planwirtschaft. Es gab fast ausschließlich verstaatliche Großbetriebe.

Produziert wurde nicht nach den Bedürfnissen der Bevölkerung, sondern nach den Vorgaben einer zentralen Planbehörde, die in so genannten Fünfjahresplänen niedergeschrieben wurden.

 

Das kommunistische Wirtschaftssystem brachte eine Reihe von Nachteilen, aber auch einige Vorteile gegenüber dem westlichen System mit sich:

 

 

+

-

sichere Arbeitsplätze

bescheidenes Einkommens- und Konsumniveau

billige Wohnungen

Versorgungsengpässe bei Konsumgütern

gute und kostenlose Ausbildung

starke Bürokratie

funktionierendes Gesundheits- und Altersversorgungssystem

politische Unterdrückung (Ein-Parteien-Herrschaft)

 

 

Nach dem Zusammenbruch des kommunistischen (Wirtschafts-)-systems 1989 kam es in den ehemaligen Ostblockländern zu einem langsamen Übergang in eine freie Marktwirtschaft und zu Demokratien westlichen Zuschnitts. Dieser Übergang (die so genannte Transformation) bringt in allen Ländern eine Menge wirtschaftlicher und sozialer Probleme mit sich. Die ehemaligen Ostblockländer sind zwar Industriestaaten, doch ist der Rückstand in der Wirtschaftsentwicklung sehr groß.

 

Umweltprobleme:

Im kommunistischen Wirtschaftssystem wurde auf Umweltschutz kein Wert gelegt.

 

 

 

z.B.: liegt im Oberschlesischen Industriegebiet (Polen) die Krankheitsrate (Atemwegserkrankungen, Krebs) durch die Umweltverschmutzung deutlich über dem Landesdurchschnitt.

Gründe für diese Probleme liegen hauptsächlich in den veralteten Industrieanlagen . So werden zum Beispiel die Abwässer der Fabriken nur unzureichend gereinigt oder direkt ungeklärt in die Gewässer geleitet.

 

Die geplanten Produktionszahlen mussten um jeden Preis erreicht werden – auch auf Kosten der Umwelt.

 

Lösung im obigen Beispiel durch die EU:

 

.) verschmutzende Betriebe wurden schon teilweiße aus den Städten ausgelagert

.) die Betriebe wurden modernisiert

.) eine Vielzahl von Umweltverträgen sind zwischen EU und den Investoren unterzeichnet worden

.) eine Reihe von Kläranlagen wurde durch die EU finanziert (Kläranlagen gab es im Kommunismus keine, auch keine Filteranlagen)

.) Verstöße gegen Umweltauflagen werden bestraft

 

Bereits zwischen 1990 und 1999 konnte so die Umweltsituation spürbar verbessert werden, trotzdem bleibt das Oberschlesische Industriegebiet weiterhin ein „Umweltnotstandsgebiet“.

 

 

Wirtschaftliche Auswirkungen der Transformation:

 

1.) Privatisierung der verstaatlichten Betriebe

2.) Übernahme durch ausländische Konzerne

3.) Rationalisierung (z. B.: Ersetzung menschlicher Arbeitskraft durch Maschinen, usw.) und Modernisierung der Produktion, um auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig zu sein

4.) Entlassung von Arbeitskräften

5.) Arbeitslosigkeit

 

 

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei der Regionalentwicklung:

 

Europaregion:

 

Euregios sind freiwillige regionale Zusammenschlüsse (Verbände) über Staatsgrenzen hinweg.

Die erste Euregio entstand bereits Anfang der 60er Jahre entlang der deutsch-niederländischen Grenze. Heute gibt es in Europa über 160 dieser Organisationen.

EUREGIO ist eine Bezeichnung von länderübergreifenden Regionen in Europa, meistens mit wirtschaftlichem Schwerpunkt. In der Europäischen Union kommt der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit ein besonderer Stellenwert zu. Ziel ist es, Probleme, die sich durch das Zusammentreffen von unterschiedlichen Verwaltungs- und Gesellschaftsstrukturen ergeben, so gut wie möglich zu beseitigen.

Die Europäische Union erhofft sich neben dem Aspekt der länderübergreifenden Zusammenarbeit auch eine Stärkung der potenziell schwächeren Randregionen der einzelnen Mitgliedsstaaten.

 

z.B.:

Euregio => Weinviertel – Südmähren - Westslowakei

 

ist eine Europaregion zwischen den Staaten Österreich, Tschechien und der Slowakei.

Sie wurde 1997 gegründet, zu einer Zeit, als nur Österreich der EU angehörte.

Das Gebiet umfasst dabei 270 Gemeinden. Allen drei Regionen ist gemeinsam, dass sie die Zeit bis zur Wende im Jahr 1989 diesseits bzw. jenseits des Eisernen Vorhanges lagen und daher wirtschaftlich stark benachteiligt waren, wenn auch die Entwicklungen in den einzelnen Ländern abhängig von der Politik im jeweiligen Land verschieden verlief.

Das Gebiet insgesamt wird zu 70 % landwirtschaftlich genutzt. Ein weiterer großer Teil besteht aus Nationalparks (Nationalpark: Donauauen und Thayatal in Österreich oder dem Národní park Podyjí in Tschechien).

 

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