
Sonderwirtschaftszonen – der Aufstieg der Wirtschaft beginnt im Süden:
Im Zuge der Öffnungspolitik ab 1978 entstanden zunächst 5 Sonderwirtschaftszonen in Südchina (die bekannteste ist Shenzen), in denen private Marktwirtschaft möglich war (vor allem sind sie auch Freihandelszonen). Später kamen viele dazu. Sie liegen hauptsächlich an der Küste.

Reformverlierer – die Wanderarbeiter:
Rund 100 Millionen Wanderarbeiter nehmen jährlich unvorstellbare Strapazen und Lebensbedingungen auf sich, um ihre Familien ernähren zu können. Sie wandern aus den armen Regionen des Inneren an die Küste, um Arbeit zu finden. Sie müssen mit 60 bis 90 Euro pro Monat auskommen und leben monatelang unter Zeltplanen, in notdürftig aufgetürmten Ziegelhütten oder kampieren am Stadtrand, um jeden Yuan nach Hause senden zu können.
Sozialistische Planwirtschaft:
(ehemaliges sowjetisches Modell – Kuba und Nordkorea)
Planwirtschaft ist der Gegenbegriff zu Marktwirtschaft (=> wirtschaftliche Freiheit).
Bisherige Versuche einer Gesamtplanwirtschaft sind mißlungen.
In der Planwirtschaft werden 5-Jahrespläne erstellt.
Wenn das Soll der Produktion bereits nach 3 Jahren erfüllt ist, wird die Produktion eingestellt, ohne Rücksicht auf die Nachfrage (Bedarf).
Die Planwirtschaft = Zentralverwaltungswirtschaft (=> bedeutet in etwa soviel, dass alles Aufgabe des Staates ist); Alles was an Gütern und Dienstleistungen produziert und an Konsumenten verteilt wird, muss von einer Zentrale, der Staatlichen Planungskommission, bestimmt und gesteuert werden. Bei einem solchen Verfahren, werden auf die Qualität und die Innovationen, die Arbeitsmoral und die Bedürfnisse der Konsumenten keine Rücksicht genommen.
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Der Übergang von der Planwirtschaft zur Marktwirtschaft:
Nach dem Zusammenbruch der kommunistischen Herrschaft in den osteuropäischen Ländern zeigte sich bald, dass der Übergang von der Planwirtschaft zur Marktwirtschaft ein sehr langwieriger und für die Bevölkerung schmerzlicher Prozess werden wird, denn dieser Umbau brachte sehr große Probleme mit sich:
Das Staatseigentum in Privateigentum überführt werden, denn das Privateigentum ist die wichtigste Grundlage für eine marktwirtschaftliche Ordnung. Wer kein Privateigentum aufbauen kann, ist kaum an einer zielstrebigen und effizienten wirtschaftlichen Tätigkeit interessiert, weil ihm die Gewinne letztlich nichts nützen würden.
Ehemaliges sowjetisches Modell:
1922 wurde die UdSSR gegründet, die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken. Industrie und Landwirtschaft wurden verstaatlicht, die Besitzer enteignet. Gegen Widersacher der jeweils aktuellen politischen Linie wurde gezielter Terror eingesetzt. In den Gulags, den Straflagern, die Joseph Stalin unter anderem in Sibirien errichtet hatte, starben Abertausende von Menschen.
Die Diktatur zerfiel erst mit der Politik von Michail Gorbatschow, der das politische und wirtschaftliche System seit Mitte der 80iger Jahre etwas umgestaltete (bzw auflockerte) => dies nennt man Perestroika (=Umgestaltung).
Ergebnis war nicht nur der Zusammenbruch der Sowjetunion, sondern auch der Fall der Mauer (1989) in Deutschland und die Demokratisierung Osteuropas.
Für die Umgestaltung des Wirtschaftssystems gab die Auflösung der UdSSR am 31. Dezember 1991 endgültig den Weg frei. Unter Boris Jelzin wurden in Russland Teile der Wirtschaft privatisiert und demokratische Reformen durchgeführt. Beides verfehlte jedoch sein Ziel und die Wirtschaft brach zusammen.
Erst Wladimir Putin hat das wirtschaftliche System wieder etwas verbessert. Andererseits nahm er eine sehr starke Machtposition in Russlands ein.
Die Wirtschaft in Rußland heute: "Wilder Kapitalismus": freie Marktwirtschaft mit anarchischen Zügen; gleichzeitig Reste kommunistischer Strukturen vor allem im politischen Bereich.
Kuba:
Kuba war einmal eines der aufstrebenden Länder Lateinamerikas. Doch nachdem Fidel Castro die Macht übernommen hat wurde die Planwirtschaft eingeführt und das wirtschaftliche Aufblühen dieser Insel hatte ein jähes Ende. 2006 wurde Fidel Castro, aus gesundheitlichen Gründen, von seinem Bruder als oberster Regierungschef abgelöst. Zu dieser Zeit wurde die Kritik an der Planwirtschaft auch immer größer und die wirtschaftliche Lage der gesamten Bevölkerung immer schlechter. Aus diesem Grund wurde der markt 2010 auch teilweise liberalisiert. Es wurden erstmals wieder Familienbetriebe oder Ähnliches zugelassen, um die Grundsicherung der Bevölkerung zu sichern. So sollten in Kuba auch Aufstände oder eine befürchtete Revolution verhindert werden, die zur Umstürzung des Systems führen könnte.
Nordkorea:
Nordkorea ist eine Planwirtschaft, die seit dem Zusammenbruch der Handelsbeziehungen mit dem früheren Ostblock stagniert (es entwickelt sich nichts mehr mit dem früheren Ostblock). Allerdings hält die nordkoreanische Regierung entschlossen an seiner Wirtschaftspolitik fest. Die Landwirtschaft und alle Hauptindustrien gehören dem Staat. Deshalb kann die Regierung die Produktion steuern. Sie legt vor allem großen Wert auf die Schwerindustrie, die militärisch von großer Bedeutung ist. Durch diese Konzentration auf die Schwerindustrie, kommt es immer wieder zu Hungersnöten in der Bevölkerung. Außerdem mangelt es an Infrastruktur und an einem guten Gesundheitssystem. Die Produktion von Konsumgütern und die Landwirtschaft werden vernachlässig. Ein großes Problem in Nordkorea stellt die Nahrungsknappheit dar, die das Ergebnis der abgeschotteten Politik und landwirtschaftlicher Probleme ist. So ist Nordkorea stark auf die Hilfe des Auslands angewiesen. Allerdings wurde die Unterstützung durch die UNO beendet, da Nordkorea sich weigerte sein Atomwaffenprogramm einzustellen.
Durch die anhaltende schlechte Versorgungssituation hat Nordkorea begonnen sich allmählich in marktwirtschaftliche Richtung zu bewegen. So wurden Sonderwirtschaftszonen eingerichtet und man versucht ausländische Investoren ins Land zu locken. Dies hat zur Folge, dass der Handel mit China und Südkorea stark angestiegen ist.