
Transformationsökonomien:
Der Übergang von der sozialistischen Planwirtschaft zur freien Marktwirtschaft 1989/1991 wird als Transformation bezeichnet. Allerdings nimmt dieser Prozess sehr unterschiedliche Ausprägungen an. Von einer gelungenen Umstellung auf Demokratie bis zu anarischen Zuständen ist alles möglich geworden.
Eine Transformation (in der Politik) ist eine Systemänderung (z.B.: Umwandlung von Diktaturen zu Demokratien).
Transformationsökonomien 1:
(Polen, Tschechien, Ungarn, Slowakei, ...)
Das Modell der europäischen Reformstaaten:
.) westlich orientiert (Mehr-Parteien-Demokratien)
.) relativ rasche Privatisierung und wirtschaftliche Öffnung
.) Ein Großteil der Bevölkerung begrüßt das neue System
Transformationsökonomien 2:
(Albanien, Serbien, Russland, viele Entwicklungsländer)
Das russische Modell:
.) Autokratische Regierungen
.) langsamere Privatisierung
.) Ein Großteil der Bevölkerung ist gegenüber dem neuen System eher skeptisch
Russland: Nach der Transformation entstand innerhalb kürzester Zeit eine Zwei-Klassen-Gesellschaft. Viele ehemaligen kommunistischen Funktionäre konnten sich billigst riesige Staatsbetriebe kaufen.
In Serbien ganz ähnlich wie in Russland: Einige ehemalige kommunistische Funktionäre konnten auch hier großen Reichtum anhäufen, die meisten jedoch sind arm.
Albanien hatte eine völlig isolierte Planwirtschaft, und daher funktioniert seit 1991 die freie Marktwirtschaft genau so wenig.
Systeme der Entwicklungsländer - duale Wirtschaftssysteme:
Viele Entwicklungsländer, vor allem die afrikanischen, sind durch sogenannte "duale" Wirtschaftssysteme geprägt. Neben den traditionellen, auf Eigenversorgung ausgerichteten Ökonomien gibt es auch Elemente moderner, marktorientierter Wirtschaftsformen. Das Nebeneinander unterschiedlicher Wirtschaftssysteme ist vor allem für Afrika typisch.
Die ursprüngliche Wirtschaftsform in Afrika => die Subsistenzwirtschaft (für die Selbstversorgung):
Von jeher war die große Mehrheit der Afrikaner als Bauern oder Hirten tätig. Sie produzierten ausschließlich für ihren Eigenbedarf (Subsistenzwirtschaft). Es gab wenig Märkte, gehandelt wurde für gewöhnlich unter Verwandten und Freunden. Die Herstellung von Waren und handwerklichen Produkten war eine Teilzeitbeschäftigung.
• Ackerbau, Viehzucht, Tauschbeziehungen mit Gütern, Fähigkeiten, Dienstleistungen
• Ziel: Versorgung mit Lebensnotwendigem (nicht Geld)
• Auch Produktionsfaktoren (Werkzeug, Saatgut) wird selbst hergestellt
• Handel nur unter Verwandten und Freunden
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z.B.: der Stamm der Ovambo in Namibia:
I) folgendes wird traditionell in der Subsistenzwirtschaft betrieben:
• sie züchten Rinder, Ziegen, Schafe (nur Männer)
• Frauen: pflanzen Fingerhirse an, und machen daraus Brei und Bier
• Daneben werden noch Mais, Bohnen, Kürbisse angebaut
II) Beginnende Eingliederung in Marktwirtschaft:
In den letzten Jahren wurde wegen der hohen Bevölkerungsdichte und des daraus resultierenden Landmangels die Subsistenzwirtschaft immer mehr aufgegeben und die Ovambos strömen auf den nationalen Arbeitsmarkt. Viele, vor allem Männer, arbeiten als Wanderarbeiter in südlicheren namibischen Industrien und auf Farmen. Die Frauen hingegen verbleiben in den Dörfern und betreiben nach wie vor die traditionelle Landwirtschaft.
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Entwicklungsländer - Afrikas :
Seit dem Kolonialismus war der Bedarf an Rohstoffen und Gütern gestiegen (also mehr produziert und angebaut). Dafür war eine Industrie nötig. Beginn der Warenwirtschaft mit z.B.: Eport von Kaffee, Zuckerrohr und Kautschuk.
Die Unternehmen die ursprünglich in der Hand der Kolonialmächte waren, wurden nach der Unabhängigkeit meist verstaatlicht. Der Großteil der Bevölkerung ist nach wie vor nicht in die Marktwirtschaft eingebunden und verbleibt im Sektor der Subsistenzwirtschaft.
Viele betreiben eben Subsistenzwirtschaft, aber es gibt auch die Marktwirtschaft, dieses Nebeneinander nennt man duale Ökonomie.
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Was sind: "Failed States"
Meist können die afrikanischen Staaten trotz ihrem reichen Anteil an wertvollen Rohstoffen ihre Armut nicht dämmen.
Ein Beispiel für einen sogenannten „Fail-State“ (gescheiterter Staat) ist Kongo. Die Erlöse des Rohstoffexports werden nicht für Investitionen verwendet, sondern finanzieren Milizen und Rebellentruppen; trotz dem Gold und der Diamanten, genießt die Bevölkerung keinen Wohlstand.
Das Gegenstück dazu ist der Staat Botsuana, bei dem die Einnahmen des Exports zwei Drittel der Staatseinnahmen ausmachen, welche für Investitionen im Bereich der Bildung, Arbeitsplatzbeschaffung, Rechtssystem und Wasserversorgung verwendet werden.