19. / Städte als Lebensräume und ökonomische Zentren / globale Stadtmodelle / Städte als Spiegelbilder ihres Zeitalters ([Fortsetzung: Grundrisse, Merkmale - Industriestädte 19. Jh. - Gründerzeit], Funktionale und sozialräumliche Gliederungen von Städten, Entwicklungstendenzen - regionale Fallbeispiele: Megastädte in den Entwicklungsländern)

Industriestädte (19. Jh. - Gründerzeit):

 

Ein entscheidender Faktor für die rasante Wirtschaftsentwicklung war der Eisenbahnbau. Im Zuge der Industrialisierung wuchs der Bedarf nach Wohnraum, es wurden ganze Stadtviertel gebaut. Noch heute gibt es in vielen mitteleuropäischen Städten eine große Zahl von Wohnbauten aus der Gründerzeit, die oftmals ganze Straßenzüge oder gar Stadtviertel umfassen.

 

Merkmale:

sind geschlossene Bebauung;

viele Fabrikanlagen und Mietshäuser, aber auch Stadtparks entstanden.

 

Geschlossene Bebauung (auch Reihenbau genannt), ist diejenige Art des Anbaus an städtische Straßen, bei der die Gebäude ohne Zwischenräume dicht aneinander gesetzt werden. Oftmals ganze Straßenzüge oder gar Stadtviertel wurden so gebaut.

 

Mietshäuser in geschlossener Bebauung um 1893:

 

 

Gegenwart 20. und 21. Jh.:

 

Merkmale: Einkauf und Versorgungszentren, Grünflächen im Wohngebiet,

Pendlerverkehr - Wohnungen und Arbeitsstätten räumlich klar getrennt.

 

 

Funktionale und sozialräumliche Gliederungen von Städten:

 

Funktionale Stadtgliederungen:

(vorherrschende Aufgabe nach Vierteln)

 

Städte weisen ab einer gewissen Größe eine innere Strukturierung auf, eine Aufteilung in Teilräume mit unterschiedlichen Charakteristika.

funktionale Stadtgliederung : Gliederung einer Stadt in Stadtviertel mit jeweils vorherrschenden Funktionen, z.B.

.) Wohngebiete

.) Geschäftsgebiete

.) Bankengebiete

.) Regierungsviertel

.) Gewerbegebiete

 

Sozialräumliche Städtegliederungen:

(soziales Gesamtbild der Vierteln)

 

Die soziale Gliederung der Stadt bezieht sich unmissverständlich auf die sozialen Umstände der Bewohner und wie sie verteilt sind.

 

Eines der bekanntesten Beispiele sei hier angeführt: „Die Arbeiter wohnen in großen Wohnvierteln etwas abseits der Stadt und die obere Sozialschicht in Rand- und/oder Kernbereichen der Stadt“.

.) Vierteln nach Einkommen

.) Vierteln nach Schulbildung

 

Entwicklungstendenzen:

 

Stadtentwicklung (Entwicklungstendenzen):

 

Die Häufigkeitsauszählung der jährlichen Wachstumsraten städtischer Bevölkerung belegt, dass die Zahl der Stadtbewohner nicht in den Industrieländern mit ihren hohen Verstädterungsquoten, sondern in den Entwicklungsländern stark ansteigt. Der Durchschnitt für Entwicklungsländer betrug im Zeitraum 2000 bis 2005 2,8% / Jahr.

 

Hingegen nimmt die städtische Bevölkerung in den meisten Industriestaaten sehr viel langsamer zu: Die durchschnittliche Wachstumsrate beläuft sich auf 0,5% / Jahr. In vielen Ländern werden sogar negative Raten verzeichnet.

 

Wesentliche Ursachen für die Schrumpfung von Städten:

 

.) Kriege

.) Natur- und Umweltkatastrophen

.) (gefährliche) Krankheiten

.) Verlust von Ressourcen wie Wasser

.) geschwächte Wirtschaftslage

 

Megastädte in den Entwicklungsländern:

 

Regionale Fallbeispiele:

 

z.B.: Manila (philippinische Hauptstadt) – die Stadt der Gegensätze

Die Wachstumsrate (in Bezug auf Einwohner) ist hier sehr hoch. Dies ist auch ein Grund, warum Manila im Stau erstickt.

Die Stadt ist arm und reich zugleich. In den Villendörfern wohnen oft reiche Ausländer. Doch diese sind meist Pendler und müssen durch das verkehrsreiche Manila im Stau zur Arbeit fahren. Oft dauert die Anfahrt so lange, dass sich einige am Rücksitz des Autos ein Büro eingerichtet haben. So haben die Reichen den Vorteil ihres Geldes, jedoch müssen sie die gleiche, abgasverpestete Luft wie die armen Menschen in Manila einatmen.

 

 

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