9. / Wettbewerbspolitik und Regionalpolitik / Arten und Träger der Wirtschaftspolitik / Geldpolitik der EZB

 

II) Keynesianische Wirtschaftspolitik ist nachfrageorientiert

(nach dem englischen Wirtschaftstheoretiker Keynes )

 

Nachfrageorientiert = der Staat begünstigt die Nachfrage, indem er Konsumenten mit mehr Kaufkraft ausstattet.

 

z.B.:

.) Nachfrage der privaten Haushalte steigern (höhere Löhne)
.) höhere Staatsverschuldung zur Finanzierung der Konjunktur

 

Der Staat muss selbst die Nachfrage erzeugen (Straßenbau, etc.) um die Wirtschaft anzukurbeln oder er muss auch Schulden machen.

 

 

nach John Maynard Keyne (siehe Grafik oben):

1.) Bei sinkendem Bruttoinlandsprodukt müssen die Steuern und Abgaben vom Staat mit Hilfe von Rücklagen gesenkt werden. -> Damit soll einem Nachfragemangel begegnet werden.

2.) Umgekehrt müssen in Boomphasen für Rücklagen Steuern erhöht und Ausgaben gesenkt werden, um damit die Ausgaben einer solchen Finanzpolitik zu finanzieren (um Punkt 1. zu finanzieren).


Alle Menschen haben gegenüber der künftigen wirtschaftlichen Entwicklung bestimmte Erwartungen.

Der Staat erwartet sich Steuern in einer bestimmten Höhe,

die Arbeiter und Angestellten höhere Löhne und Gehälter,

Unternehmer wünschen sich mehr Aufträge.

Ziel der Wirtschafts- und der Budgetpolitik ist es diese Forderungen unter einen Hut zu bringen.

Zielkonflikte in der Wirtschaftspolitik:

 

Die verschiedenen volkswirtschaftlichen Ziele können in einem magischen

Viereck dargestellt werden. Die Magie besteht darin, diese

Ziele möglichst gleichzeitig anzustreben. Denn wird nur ein Ziel angestrebt, können

andere Ziele dabei leicht verfehlt werden, was sich fatal auswirken kann.

 

 

Wachstum:

Darunter versteht man das Wirtschaftswachstum. Es wird gemessen am jährlichen prozentuellen Wachstum des Bruttoinlandprodukts. Wirtschaftswachstum ist notwendig, um neue Arbeitsplätze zu schaffen und um Wohlstand zu erhalten bzw. zu erhöhen.

 

Preisstabilität:

Preisstabilität ist der Anstieg der Verbraucherpreise in einem geringen Maße.

 

Vollbeschäftigung:

Vollbeschäftigung gilt bei einer geringen Arbeitslosenquote als erreicht (eine bestimmte Menge von Arbeitnehmern machen einen Jobwechsel, daher ist die Arbeitslosenquote nie auf 0)

 

Zahlungsbilanzausgleich:

Darunter versteht man, dass die wertmäßige Summe aller Waren-, Dienstleistungs- und Kapitalimporte der Summe aller Exporte entspricht. In den meisten Fällen haben Länder entweder Zahlungsbilanzdefizite (sie importieren mehr als sie exportieren) oder Zahlungsbilanzüberschüsse (sie exportieren mehr als sie importieren).

 

Es gibt natürlich mehr Ziele in der Wirtschaftspolitik, als die 4.

Z.b.: Umweltschutz, Bildung, …

 

Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB):

 

Die Europäische Zentralbank wurde 1998 geschaffen. Die EZB ist in Frankfurt. Sie überwacht die europäische Geldpolitik und gewährt Preisstabilität.

 

Preisstabilität herrscht dann, wenn gegenüber dem Vorjahr die Preise aller Güter nicht mehr als 2% gestiegen sind.

 

Das Ziel der EZB ist, das keine Inflation oder Deflation entsteht.

 

Nur die EZB darf Geld produzieren (und das nur eingeschränkt, um keine Inflation aufkommen zu lassen).

Denn in Europa hatten viele Staaten die Tendenz sich zu verschulden.

Die Ursachen waren:

.) eine negativ bilanzierende verstaatlichte Industrie (deren Schulden mit Steuergeldern abgedeckgt werden mussten)

.) ein teures Sozialsystem (hohe Arbeitslosengelder und Sozialunterstützungen)

Vielfach konnten die Nationalbanken (des jeweiligen Staates) dem nur durch die Neuproduktion von Geld entgegensteuern (=Geldschöpfung). Die Folge davon war eine Inflation.

Und deswegen darf nur die EZB Geld produzieren und muss dabei aber achten, dass die Inflation niedrig gehalten wird (denn ist zu viel Geld im Verhältnis zu den Waren im Umlauf, dann gibt es eine Inflation).

 

siehe auch:

http://haus-und.heimat.eu/geographie/grundlagen_der_wirtschaft_2.htm

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