
Der Gemeinsame Außenzoll:
Der Gemeinsame Außenzoll (kurz: GAZ) bildet den wichtigsten Ansatzpunkt der europäischen Handelspolitik.
Die handelspolitischen Schutzinstrumente:
Die EU kann Strafzölle auf Waren von Drittstaaten erheben, die ihre Produkte beispielsweise durch öffentliche Subventionen (Hilfeleistungen) zu künstlich günstigeren Preisen nach Europa einführen möchten.
z.B. Handelsbeziehungen zwischen der EU und China:
Strafzölle: EU sagt Chinas Subventionen den Kampf an.
Die chinesische Regierung fördert die Papierindustrie auf unlautere Weise. Die Europäer schlagen nun erstmals zurück.
Erstmals verhängen die Europäer Strafzölle gegen chinesische Unternehmen, weil diese rechtswidrige staatliche Subventionen erhalten haben. Ab sofort müssen europäische Druckereien, die chinesisches Hochglanzpapier für die Herstellung von Katalogen und Broschüren kaufen, bei der Einfuhr in die Union zwischen vier und zwölf Prozent Aufschlag an die Zollbehörden zahlen.
Dazu kommen zwischen acht und 35,1 Prozent an Strafzöllen, weil die chinesischen Hersteller ihr Papier mit Preisen unter den Herstellungskosten exportieren, was man Dumping nennt. Die Welthandelsorganisation WTO verbietet das. Experten der Europäischen Kommission schätzen, dass chinesisches Hochglanzpapier durch diese Strafzölle in Summe um 20 bis 39 Prozent teurer wird. Das gilt für zumindest fünf Jahre.
oder:
Strafzölle gegen billige Fliesen aus China:
Die EU-Kommission plant schon demnächst Schutzmaßnahmen für europäische Hersteller gegen Billigimporte.
Fliesen aus China dürften bald teurer werden. Die EU-Kommission will Informationen zufolge Strafzölle auf Billig-Importe aus der Volksrepublik erheben, um europäische Fliesenproduzenten zu schützen. Bereits kommende Woche will die EU einen Zoll von bis zu 73 Prozent auf die meisten chinesischen Fliesen beschließen.
Die EU-Kommission sehe es als erwiesen an, dass China die Fliesenpreise illegal niedrig halte, weshalb die europäischen Hersteller vor den Billig-Importen geschützt werden sollten.
Durch die Strafzölle können die Gewinne der europäischen Hersteller wieder gesteigert werden.
Präferenzabkommen:
Die Europäische Gemeinschaft hat mit einer Reihe von Ländern bzw. Ländergruppen sogenannte Präferenzabkommen geschlossen.
Mit diesen Präferenzabkommen wurden Zollvergünstigungen (Präferenzen) vereinbart, was bedeutet, dass die Einfuhr in ein Land, mit dem ein solches Abkommen abgeschlossen wurde, zollfrei oder zumindest zollermäßigt erfolgen kann.
Abkommen z.B.:
.) mit Staaten aus Afrika, den karibischen Raum und dem Pazifischen Ozean (diese nennt man übrigens AKP-Staaten);
.) mit Mittelmeerstaaten (z.B.: Türkei);
.) mit Norwegen, Island und Liechtenstein.
Protektionismus:
Als Protektionismus (von lateinisch protectio: Schutz) bezeichnet man in Bezug auf ökonomische Sachverhalte alle Maßnahmen in Form von Handelshemmnissen, mit denen ein Staat versucht, ausländische Anbieter auf dem Inlandsmarkt zu benachteiligen, um den inländischen Markt zu schützen.
Einige Maßnahmen dafür:
.) Zölle
.) Importmenge bestimmter Güter zu begrenzen
.) Staatliche Subvention auf Güter, die über dem Weltmarktpreis liegen
.) Exportsubventionen (um den Export heimischer Güter zu ermöglichen - wegen hoher Produktionskosten)
Begründungen für Protektionismus:
Ziel ist es in der Regel, bestimmte Produkte oder Branchen eines Landes zu fördern oder die eigene Volkswirtschaft generell zu unterstützen.
Ehemalige Entwicklungsländer wie die Volksrepublik China konnten so zu Schwellenländern bzw. Industrienationen aufsteigen. (siehe auch Beispiele oben - z.B. die chinesische Papierindustrie wird vom chinesischem Staat subventioniert)
EU - Wettbewerbspolitik:
Was ist Wettbewerbspolitik?
Der Wettbewerb zwingt Unternehmen dazu, ihre Produktpalette und ihre Preise ständig konkurrenzfähig zu halten, da sich die Verbraucher ansonsten anderen Unternehmen zuwenden. In einem freien Markt herrscht ein freies Spiel der Kräfte – zum Wohle der Verbraucher.

Um die Märkte funktionsfähig zu halten, ist es Aufgabe von Behörden wie der Kommission, wettbewerbswidriges Verhalten zu verhindern bzw. zu stoppen. Die Kommission überwacht
z.B.:
.) Kartelle: Kartelle sind inoffizielle Zusammenschlüsse von Unternehmen, die meist einer bestimmten Branche entstammen. Diese Unternehmen wollen durch geheime Absprachen spezielle Vorteile für sich lukrieren. Häufig handelt es sich dabei um Preis-Kartelle. Die Kartelle besprechen Preise für ihre Produkte und können das Preisniveau somit künstlich hoch halten. Dadurch können die Kartellmitglieder ihre Gewinnspannen erhöhen und mehr an ihren Produkten verdienen.
Kartelle sind in den meisten Ländern verboten. Dennoch werden immer wieder Kartelle aufgedeckt, die geheim operieren. In diesen Fällen kommen häufig hohe Strafen auf die Mitglieder des jeweiligen Kartells zu. Oftmals hindern diese Strafen die Mitglieder aber nicht daran, erneut Absprachen zu treffen.
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