3. / Weltbevölkerung / historische Entwicklung / Familienplanung

Historische Entwicklung der Weltbevölkerung:

 

 

Die Zunahme der Bevölkerung, die aus dem Zusammenspiel von Geburten - und Sterberate resultiert, blieb jahrtausendelang außerordentlich gering.

Erst Anfang des 19. Jahrhunderts lebte auf der Erde eine Milliarde Menschen und ein rapides Bevölkerungswachstum setzte ein. Innerhalb des 20. Jahrhunderts hat sich die Weltbevölkerung fast vervierfacht. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts lebten bereits 1,6 Milliarden Menschen auf der Erde am Ende des 20. Jahrhunderts etwa 6 Milliarden Menschen.

Momentan wächst die Weltbevölkerung etwa alle 13 bis 16 Jahre um eine weitere Milliarde Menschen.

 

 

Demografie:

Die Demografie (Bevölkerungswissenschaft) setzt sich statistisch mit der Entwicklung von Bevölkerungen auseinander und besteht aus den Fachgebieten:

 

.) Geburtenzahl

.) Sterblichkeitsrate

.) Migration (=Aus-, Einwanderung)

 

Das Bevölkerungswachstum setzt sich aus der Differenz der Sterberate, der Geburtenrate und der Aus bzw. Einwanderung zusammen.

 

------------------------------------------------------------------------------------------

Was ist der demographische Übergang?

 

Darunter versteht man den Übergang in der Bevölkerungsentwicklung von hohen Geburten- und Sterberaten zu niedrigen Geburten- und Sterberaten.

Er lässt sich in 5 Phasen gliedern (siehe "Modelllhafte Beschreibung ...")

------------------------------------------------------------------------------------------

 

Modellhafte Beschreibung der Entwicklung der Bevölkerungszahl:

 

.) PHASE I: hohe, kaum voneinander abweichende Geburten- und Sterberaten, daher sehr geringes Bevölkerungswachstum

.) PHASE II: konstante bis leicht zunehmende Geburtenzahl, fallende Sterberate, daher ansteigendes Bevölkerungswachstum

.)

PHASE III: weiterer Sterblichkeitsrückgang; einsetzender Geburtenrückgang (nicht mehr so viele Kinder für die Altersversorgung); Phase des größten Bevölkerungswachstums

.) PHASE IV: die Sterberate sinkt kaum noch; die Geburtenrate nimmt dagegen sehr stark ab (durch bekannte Methoden und Mittel der Empfängnisverhütung)

.) PHASE V: Geburten- und Sterberaten sind niedrig, daher ist das Bevölkerungswachstum gering

 

 

Vergleich Sterberate zwischen Industrieländer und Entwicklungsländer:

Die Sterberate in den Industrieländern ist niedrig, in den Entwicklungsländern hoch.

 

Gründe für die niedrige Sterberate in den Industrieländern:

ausreichende Medizin, genügend Ernährung, u.s.w.

 

Vergleich Geburtenrate zwischen Industrieländer und Entwicklungsländer:

Die Geburtenrate in den Industrieländern ist ebenfalls niedriger als in den Entwicklungsländern.

 

Gründe für Geburtenrückgang in den Industrieländern:

Wohlstand, Hindernis für die berufliche Laufbahn, Hohe Wohn- und Mietpreise, verstärktes Konsum-, bzw. Freizeitbedürfnis, Kinder verursachen Kosten (im Gegensatz

in den Entwicklungsländern bringen sie der Familie Geld, z.B. in der Landwirtschaft als Erntehelfer, Vieh Hüter, usw)

 

 

 

Familienplanung:

 

Global gesehen gibt es zwei gegensätzliche familienpolitische Zielvorstellungen. In den Entwicklungsländern die Senkung der Geburtenzahlen, in den Industrieländern die Geburtenförderung.

 

 

Die Bevölkerungspolitik von China und Indien,

den beiden Bevölkerungsreichsten Ländern der Erde:

 

(China mit strikter [strenger] Bevölkerungspolitik)

Fallbeispiel China (heute etwa 1,3 Milliarden Einwohner):

Im Jahr 1950 lebten in China etwa 550 Millionen Menschen. Bis zum Jahr 1975 ist die Bevölkerungszahl um weitere 200 Millionen Menschen gewachsen. Dies war aber ein großes Hindernis für den wirtschaftlichen Fortschritt und brachte auch sozial Probleme mit sich.

 

Um diese Situation zu ändern, hat China vor gut 30 Jahren angefangen, umfassend die Geburtenkontrolle und Familienplanung einzuführen.

 

Im Jahr 1979 wurde die "Ein-Kind-Politik" eingeführt. Durch diese Politik ist das geschlechtliche Gleichgewicht nicht mehr gegeben (es kommen zu viele männliche Babys auf die Welt). Bei weiteren Geburten drohen Geldstrafen, Entzug von Sozialleistungen und sogar Entlassungen.

 

Fallbeispiel Indien (heute etwa 1,2 Milliarden Einwohner):

Im Jahr 2000 lebten in Indien etwa 1 Milliarde Menschen. Bei beiden Ländern (China und Indien) ist die Sterberate heute auch nicht mehr so hoch wie früher, da es eine viel bessere Gesundheitsversorgung gibt. Daher wird die Bevölkerung auch älter.

Indien hat nach der jüngsten Volkszählung mehr als 1,2 Milliarden Einwohner und wächst zum bevölkerungsreichsten Land der Welt heran (Gründe z.B.: Ablehnung von Verhütungsmitteln und Widerstand gegen staatliche Bevormundung) und überholt China als bevölkerungsreichsten Staat.

Die Geburtenrate in Indien sinkt nur allmählich, sie befindet sich am Beginn von PHASE III des demographischen Übergangs.

Männliche Nachfahren werden in den meisten Teilen Indiens nach wie vor bevorzugt, daher bekommen viele Paare so lange Kinder, bis sie zwei Söhne haben (z.B. Eltern brauchen für Mädchen Mitgift für Heirat).

Eine der wichtigsten Maßnahmen neben der Armutsbekämpfung ist die Bildung für die Frauen um die Geburtenrate zu senken (mit Bildung für die Frau wird Mittelschicht in Indien größer und die Kinderzahl [bei Mittelschicht] bekanntlicher Weise kleiner).

 

 

weiter zu Seite 2