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hohes Mittelalter

Die höfische Dichtung:

 

 

In den Jahrzehnten nach 1150 brach eine "Blütezeit" der deutschsprachigen Literatur an.

 

An einzelnen Adels-Höfen verbreitete sich eine kultivierte literarische Praxis: die sogenannte höfische Literatur (=höfische Dichtung). In der Lyrik entwickelte sich der Minnesang und die Sangspruchdichtung mit ihren wichtigsten Vertretern:

 

Heinrich von Morungen

Reinmar der Alte

Walther von der Vogelweide.

 

Danach entstanden auch zahlreiche höfische Epen (nach französischen Vorlagen) in mittelhochdeutscher Sprache mit ihren wichtigsten Vertretern:

 

Hartmann von Aue

Wolfram von Eschenbach.

 

 

Abseits von dieser "modernen" Erzählkultur bleibt das anonym überlieferte Heldenepos "Niebelungenlied".

 

Sangspruchdichtung (auch politische Dichtung):

 

Im Gegensatz zum Minnesang handeln die Themen von Religion, Ethik, Moral, Kritik an weltlichen und kirchlichen Missständen, u.s.w.

 

Minnesang (Minne = Liebe):

 

.) hohe Minne: hier steht die Frau auf einer sozial höheren Stufe als der sie umwerbende Ritter (Frau ist unnahbar)

 

.) niedere Minne: hier kommt die Besungene aus einer niedrigeren Gesellschaftlichen Schicht und ist somit erreichbar (die erfüllte Liebe)

 

höfisches Epos (erzählende Dichtung in Versen [es wurde mündlich vorgetragen]):

 

Im Mittelpunkt des Epos steht immer ein typischer Held, der Vorbild für den Zuhörer sein soll.

 

Die höfische Dichtung des Mittelalters hat 2 Formen des Epos hervorgebracht:

 

.) Heldenepos: Das Heldenepos bearbeitet germanische Heldenlieder aus der Völkerwanderungszeit. Das bekannteste Epos ist das Nibelungenlied.

 

.) höfisches Epos: Die Dichter entnahmen die Stoffe dem Sagenkreis Karl des Großen und der Artussage. Das Streben dieser Literatur ist ein Bild des idealen Rittertums zu entwerfen.

 

 

Hauptkennzeichen der höfischen Dichtung:

 

.) Der Dichter konnte ein Ritter oder fahrender Sänger sein

.) Sie war Standesdichtung, d. h. sie wurde Adeligen vorgetragen und handelte vom Leben der Adeligen

.) Sie war idealistisch, d. h. sie zeigte den Ritter als Idealtyp

.) Sie war streng formal, d. h. Vers, Reim, Aufbau waren ebenso festgelegt, wie die Gattungsformen

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