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Krambambuli - Novelle bzw. kurze Erzählung (1884)

Inhaltsangabe:


In einem Wirtshaus trifft der Revierjäger Hopp einen Wilddieb, genannt der Gelbe, der seinen Hund dabei hat. Jäger Hopp empfindet große Zuneigung wie noch bei keinem anderen Hund. Deshalb tauscht er mit dem Gelben zwölf Flaschen Krambambuli gegen den Hund.

 

Der Hund sträubt sich, sowohl mit dem Jäger mitzugehen, als auch ihm zu gehorchen und erst nach zweimonatiger, strenger Erziehung ist der Hund zu einem treuen Freund und Hüter des Jägers Hopp geworden.

 

Zur gleichen Zeit erhält Hopp vom gräflichen Oberförster den Auftrag, den Wilddieb zur Strecke zu bringen. Einige Zeit später wird der Oberförster ermordet aufgefunden. Aus dem Verhalten Krambambulis an der Leiche schließt Hopp, daß der frühere Besitzer seines Hundes der Mörder sein müsse.

 

Einige Tage später laufen sich der Gelbe und Jäger Hopp über den Weg, beide bewaffnet, der Gelbe mit dem Hinterlader des Oberförsters, welcher ihn als Täter ausweist. Hopp weist Krambambuli an, den Gelben zu fassen, doch der Hund ist zwischen seinem alten und neuen Herrchen hin- und hergerissen. Letztendlich entscheidet er sich für sein altes Herrchen und Hopp erschießt den Wildschützen. Vor lauter Zorn will Hopp auch den Hund töten, doch er bringt es nicht übers Herz und lässt ihn bei der Leiche zurück.

 

Krambambuli streunt nun herrenlos und hungernd umher. Er sehnt sich nach seinem Herrn, ist sich aber seines Verrats bewusst und traut sich nicht zu ihm nach Hause. So streunt er in der Nähe des Forsthauses herum und kommt immer mehr herunter, da er keine Nahrung findet. Nach einiger Zeit sehnt sich Jäger Hopp so sehr nach seinem Hund, dass er sich auf die Suche nach ihm macht. Als er jedoch eines Morgens früh vor die Haustüre tritt, stolpert er über den verendeten Hund, dieser hatte sich mit seiner allerletzten Kraft vor die Tür seines Herrn geschleppt, aber nicht gewagt, sich an der Tür bemerkbar zu machen. So stirbt Krambambuli schließlich vor dessen Tür an Hunger und Entkräftung. Hopp wird den Verlust nie verschmerzen.

 

Interpretation:

 

Krambambuli steht mehrmals vor der Entscheidung, wen er als seinen Herrn ansehen soll:

 

1.als Jäger Hopp sein neuer Herr wird: Krambambuli ist dem Gelben so treu, dass man ihn zuerst gar nicht von ihm trennen kann, und auch erst mit viel Liebe und einer strengen Erziehung nimmt Krambambuli Jäger Hopp als seinen neuen Herrn an.

2. als er zum Grafen muss: Krambambuli verhält sich genauso wie beim 1. Mal er will fliehen, weil er seinem alten Herrn so treu ist. Und da der Graf keine Geduld mit dem Hund hat, kann er zu Jäger Hopp zurück.

3. als er sich zwischen seinem ursprünglichen Herrn, dem Gelben, und dem Jäger Hopp entscheiden muss: Krambambuli hat beiden Treue geschworen, entscheidet sich aber schließlich für denjenigen, dem er zuerst treu war, seinem ersten Herrn. Dem Hund ist es also nicht wichtig, ob sein Herr böse ist oder nicht.

 

Krambambuli verendet, symbolisch gesehen, daran, dass er herrenlos ist:

Niemand kümmert sich um ihn und Krambambuli verhungert.

 

Als Jäger Hopp die Treue seines Hundes erkennt, da ist es bereits zu spät, denn kurze Zeit später liegt Krambambuli bereits Tod vor seiner Haustür.

 

 

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